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Samstag, 27. Dezember 2014

Schnee

Weiße Weihnacht gab es nicht. Aber ein weißes "Danach" baut sich gerade auf. Dabei habe ich gehofft, es würde warten, bis ich (in drei Wochen) Urlaub habe. Von der warmen Stube aus betrachtet finde ich so etwas viel schöner, als mittendrin zu sein. Schnee mag ich nur bei Sonnenschein und fertig geräumten Wegen. Vor Allem vor der Kirchentüre. Mal sehen, was mir da morgen früh noch blüht.



So sieht es aus, wenn ich aus meinem Fenster schaue.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Weihnachtszeit

Ich hatte mich die letzte Zeit ein wenig rar gemacht. Das lag natürlich auch daran, dass ich gerade wieder volles Programm habe. Und das geht auch noch bis mindestens nach dem 6. Januar, wenn die ganze Weihnachtsdeko wieder abgebaut wird. Dies ist immer die arbeitsintensivste Zeit des Jahres in der Kirche. Die Zeit, die den Anspruch hat, "besinnlich" zu  sein, ist für mich eine Herausforderung, mich nicht von den Ansprüchen der Perfektion unterkriegen zu lassen. Manchmal gelingt es mir und manchmal nicht.

Es gelingt mir dann, wenn ich versuche, Abstand zu dem Gesamtanspruch zu halten - und jeden Tag, jede Aufgabe ohne das ganze Drumherum betrachte. "Eines nach dem anderen", diese Devise hat mich schon oft durch ein Chaos geführt. Aber sie fällt mir zunehmend schwerer. Weil ich zu lange meinte, alles alleine schaffen zu müssen und ständig den Eindruck hatte, dem Anspruch an mich nicht zu genügen. Ich wurde selbst an meine Grenzen geführt und startete den Versuch, mitzuteilen, dass ich so nicht mehr weiter kann. Dieses Jahr funktioniert es schon viel besser. Ich lerne, zu delegieren, Arbeit so aufzuteilen, dass sie nicht unter Druck stellt usw. Nicht immer gelingt es mir. zB gestern Abend, als mir, nach einem Konzert bewusst wurde, dass ich, nach Abbau der Technik mit dem Rest Arbeit alleine in der Kirche sein würde. Das ist an einem etwas abgelegenen Ort, mitten auf dem Friedhof. Nein, die Toten fürchte ich natürlich nicht. Aber es ist gefühlsmäßig einfach etwas unheimlich. Und als mir dann noch bewusst wurde, dass ich, bevor ich nach Hause gehe, noch einen Gang machen musste und wieder zurück in die Kirche, war es mit meiner Entspannung vorbei. Ich war angespannt und fühlte am Ende schmerzhaft alle meine Knochen. Fazit war, dass ich auch in der Nacht noch schlecht geschlafen habe, und mich auch so fühle.

Nunja, ich habe mir heute frei genommen - was auch eine Form davon ist, dass ich meine Grenzen erkenne und delegiere, wo es möglich ist. So kann ich heute einfach noch einmal ein wenig entspannen, auch wenn ich mich dazu fast zu müde fühle. *zwinker*

Morgen wird mir noch jemand helfen, die Krippe aufzubauen. Was auch einige Stunden beansprucht. Und dann kommt die Weihnachtszeit. Das bedeutet, bis zum 6. Januar noch allein acht Gottesdienste, an denen ich Dienst habe. Wobei  meine Dienste mehr als nur die Gottesdienste bedeuten. Aber wie gesagt, ich schaffe es mehr und mehr, entspannt einen Tag nach dem anderen zu sehen, zu bewältigen und meine Grenzen zu wahren.

Jetzt ist meine Beschreibung zur Weihnachtszeit länger geworden, als sie sollte. Aber ich lass es jetzt einfach mal dabei.

Eigentlich wollte ich hier einfach nur


Fröhliche Weihnachten 

Das ist der Weihnachtsbaum in meiner Kirche
Die Krippe in meiner Kirche (am 23.12. nachgereicht)


wünschen. Ich wünsche Euch Allen schöne und besinnliche Festtage, im Kreise von Menschen, die sich lieben!

Dienstag, 2. Dezember 2014

Psalm (23) der Gegensätze, die einander ergänzen

Der Psalm 23 ist für mich ein Psalm, der das ganze Leben beschreibt, aus der Sicht von einem Menschen, der in der bewussten Verbindung zu Gott steht.

Er passte zu Zeiten, in denen ich im Aufbruch war, genauso wie zu Zeiten, in denen ich einen festen Status in meinem Leben hatte. In Zeiten der Dunkelheit ebenso wie zu Zeiten des Lichts. In Zeiten, wo es Feinde gab, ebenso wie zu Zeiten, als Freunde mir nahe standen.

Es geht mir (und wahrscheinlich den meisten Menschen) so, dass ich die "bösen" Zeiten (welche ich als solche befinde) gerne vermeiden würde. Aber gerade in den letzten Jahren immer wieder feststelle, dass gerade diese Zeiten erst meinen Blick klar machen, für die "guten" Zeiten.

Aufbruch kann ich nur aus einem festen Standort machen, Licht erkenne ich erst, wenn es die Dunkelheit durchbricht und Freunde erkenne ich besonders in den Zeiten, in denen es auch Feinde gibt.

Die letzte Zeit bewegte mich der letzte Punkt besonders. Feinde sind für mich hier solche, die mir Schaden zufügen (wollen) oder auch das sichtbar Gute in meinem Leben in böses umwandeln (wollen).

Eine lange Zeit meines Lebens dachte ich, dass Gott die Menschen, welche sichtbar "Böses" tun, irgendwie und irgendwann unschädlich machen würde. Indem er sie aus dem Verkehr zieht oder ihnen die Macht nimmt, welche sie (scheinbar) haben.

Nun erscheint es mir zunehmend so, als wenn besonders diese Menschen, welche ich als "böse" empfinde, in meinem Umfeld erhalten bleiben. Aber das Besondere an meiner Erfahrung mit dem "Hirten" besteht darin, dass Er mir "einen (mit Gutem)  reich gedeckten Tisch bereitet - quasi als sichtbares Zeichen meiner "Feinde", dass diese keine Macht über mich haben. Weil ich in der Gegenwart des Hirten bin und dort bleiben werde. Ganz unabhängig davon, ob ich den "Gesetzen" meiner Umgebung genüge oder nicht.

Ich wurde damals gelehrt, dass der "Himmel" etwas sei, das nach dem irdischen Leben kommt. Darum wurde ich aufgefordert, das irdische Leben als "Fremdling" zu betrachten. Mit dem Anspruch: das wirkliche Leben kommt erst noch. - Heute erfahre ich, dass "der Himmel mitten unter uns ist". Dass man dieses Leben erkennen kann, wenn man bewusst in der Gegenwart des Hirten bleibt, unmittelbar bei Gott.

Ich erlebe dabei, dass Gegensätze zum Leben gehören. Dass sie im Grunde das Leben ausmachen. Weil ich in den Gegensätzen erst das Gute erkennen kann, womit das Böse überwunden werden kann.

Dazu passt auch die Aussage, dass Gott den Mangel meines Lebens füllen kann und will. So dass mein Mangel im Grunde das Potenzial ist, in dem ich erst sein Wirken in meinem ganz persönlichen Leben erfahren kann. Nach dem Motto: "nur die Kranken benötigen einen Arzt".  So dass ich diese Erkenntnis als Gewinn betrachten kann. Wenn ich also keinen Mangel habe, gibt es auch keinen Platz, um die Lücke zu füllen. Eine Erkenntnis, die mich ahnen lässt, warum damit sogar das Leiden ein Gewinn sein kann, wo heraus die Fähigkeit zu Danken entstehen kann.

Donnerstag, 27. November 2014

Alte, fast vergessene Lieder immer wieder neu

Gestern suchte ich ein Lied, das ich vor langer Zeit einmal hörte. Fragte auf der großen FB-Seite und wurde durch Hinweise fündig nach dem Text. Und heute entdecke ich, dass ich dieses Lied sogar habe, auf einer CD.
Den Text kann man hier lesen:
Der kleine Legionär

Der Text hat mich wieder neu berührt. Und heute Vormittag singe ich die ganze Zeit ein Lied, das auch dazu passt:

Beide Lieder wecken Erinnerungen und berühren mich ganz neu für Jetzt und Heute!

Samstag, 22. November 2014

Umzüge

Seit einiger Zeit, genau genommen, seit meine Schwester zu Ostern bei mir zu Besuch war, denke ich darüber nach, ob es Sinn macht, wieder einmal umzuziehen, wenn ich in Rente gehe. Weil ich hier eigentlich alleine bin.

Zwar ist diese Gegend als solche quasi meine Wahlheimat. Auch gibt es hier viele liebe Leute, mit denen ich unterwegs immer mal einen Plausch halte. Aber ich merke mehr und mehr, dass ich im Grunde hier alleine bin. Dabei komme ich aus einer großen Familie und bin es gewohnt, dass Menschen um mich herum gibt, die einfach auch zu einer Schar gehören, zu welcher ich auch gehöre - ohne dass ich dafür etwas leisten muss.

Meine Tochter wohnt zwar immer noch auch hier im Ort und hat auch noch keinen Plan, wie lange sie hier bleibt. Ohne sie würde ich mich jetzt schon alleine fühlen. Sie sollte und kann aber ihr eigenes Leben leben, in dem eine  älter werdende Mutter nicht letztendlich wie ein Klotz am Bein sein sollte, so dass sie unbeweglich wird und kaum weg kann. Selbst wenn sie erst  in etwa zehn Jahren fortzieht, wird es für mich ja auch schwieriger, umzuziehen. Und meine Söhne wohnen nun schon seit einiger Zeit wieder um Hamburger Umland und sind fest davon überzeugt, dass dort ihre Heimat ist und nirgends sonst. Für mich ist sie dort aber nicht unbedingt.

Mein Geburtsort in NRW ist zwar an letzter Stelle für "Heimat" für mich. Aber dort wohnen fast alle meiner Geschwister. Die Familie dort in der Gegend hat sich auch noch vergrößert, besonders durch die Kinder meiner Schwester, welche mich hier besucht hat, weil sie zehn Kinder geboren hat, welche zum größtern Teil inzwischen selbst schon Familie haben. Besonders diese Kinder aus der Familie haben einen großen Zusammenhalt innerhalb der Familie. So dass ich denke, wenn ich auch in deren Umkreis lebe, würde ich auch nicht alleine sein.

Das sind aber zunächst erst einmal nur Gedanken, die noch ein wenig weiterwachsen können. Denn ich gehe erst in etwa anderthalb Jahren in Rente. Und dann muss ich ja auch nicht sofort wegziehen. Nur dann würde ich das vielleicht konkreter ins Auge fassen.

An meiner jetzigen Wohnung ist das Allerbeste meine schöne Aussicht. Ich habe sie schon mehrmals hier gezeigt. Ich freue mich jeden Tag neu daran. Und eigentlich hatte ich gedacht, dies sei mein Ziel überhaupt, hier bleibe ich. Da hatte ich aber nur die Umgebung im Blick, nicht die Beziehungen im Ort. Solange ich in der Kirche arbeite, bin ich nicht alleine. Im Grunde mag ich sogar meine Zeit, welche ich alleine bin. Aber am manchen Stellen, zB wenn ich Urlaub hatte, habe ich nun schon gespürt, dass wenn ich nicht mehr dort arbeite, ich wahrscheinlich Mühe haben werde, Kontakte aufrecht zu erhalten. So dass ich mich schon manchmal sehr alleine gefühlt habe. Obwohl ich auch das Alleinsein genießen kann - wenn es denn Menschen in meiner Nähe gibt, wohin ich gehen kann, wenn ich Gemeinschaft brauche.

So nehme ich diesen Gedanken jetzt mit in jeden Tag. Ich schaue meine Aussicht an, mit dem Bewusstsein, dass ich sie möglicherweise irgendwann verlassen werde und sie dann vermissen werde.

Auf diese Weise lerne ich mal wieder ein Stück weit mehr, im Hier, Jetzt und Heute zu leben. Ich bin oft umgezogen in meinem Leben. Habe irgendwie auch immer ein gewisses Kribbeln in mir, wenn ich längere Zeit irgendwo festsitze. Besonders, wenn es so ein kleiner Ort ist, wie dieser hier, umgeben von Bergen, welche zwar malerisch anzusehen sind, aber auch sehr deutlich die Begrenzung zeigen, in der man wohnt. Da ich selbst kein Auto habe und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin, sind alle Ziele, die ich außerhalb des Ortes erreichen muss, eine kleine Weltreise, die mir in der Regel auch zu teuer ist, ebenso wie es sehr aufwändig ist, wenn man manchmal nur etwa 30 km entfernt hinfahren muss und dafür möglicherweise mehrmals umsteigen muss.

Besonders, wenn man älter wird und auch nicht mehr so beweglich ist (was ich manchmal schon jetzt spüre) braucht man manchmal Menschen in der Nähe, die zu einem halten, egal wie man gerade drauf ist. Da passen Beziehungspersonen aus dem Familienkreis sicher am Besten. Darum behalte ich das jetzt im Blick und genieße besonders die schönen Seiten meiner Zeit hier bewußter - jeden Tag neu.

Donnerstag, 20. November 2014

Warum Propheten Botschaften demonstrieren

Die letzte Zeit habe ich mal wieder öfter über die Propheten im AT der Bibel nachgedacht. Es wundert mich schon lange, wieso einige von ihnen ihre Botschaften an ihrem eigenen Leib mit unverständlichen Zeichen demonstrieren müssen. Wie zB der Hosea, welcher eine Frau heiraten soll, von der er weiß, dass sie fremd geht. Oder Jeremia, der manchmal wie ein Bettler in Lumpen seine Botschaften demonstriert, wenn er von dem Abfall des Volkes redet - und noch einiges mehr.

Ich frage mich oft, wofür das gut sein soll. Denn das Volk hat die Botschaft meistens nicht wirklich wahrgenommen.

Seit Kurzem kommt mir der Gedanke, dass es für die Beauftragten selbst dienen soll. Damit sie ihre Botschaften glaubwürdig weitergeben können, erfahren sie diese im eigenen Leben. Sie verschmelzen quasi mit der Botschaft.

In geringerem Maße erlebe ich so etwas auch. Da, wo ich denke, dass es mein Auftrag ist an Menschen. Denn fast immer, wo ich etwas an andere weitergeben, als Hilfsangebot, geht es um Dinge, die ich in anderer Form aber dennoch ähnlich selbst erlebt habe und durchexerziert habe. Auch da, wo ich meine, ein Urteil über andere fällen zu können, dauert es oft nicht lange, bis Gott mir zeigt, dass ich nicht besser bin und Schuld auf mich geladen habe, die zwar etwas anders aussah, aber den gleichen Kern hat.

Da, wo ich merke, dass ich ähnliches erlebe, wie manche Menschen, die mir begegnen, kann ich viel besser lieben, verzeihen und helfen. Weil es ein Teil von mir ist, welches ich weitergeben kann. Nicht nur erlernte Weisheiten, die irgendwo niedergeschrieben sind.

Jemand hat mal sinngemäß gesagt: Da, wo man selbst unter Mangel gelitten hat, wofürman eine Lösung gefunden hat,  wächst oft eine Leidenschaft, welche dazu treibt, diese Lösung an Menschen weiterzugeben, welche den gleichen Mangel haben.

Ich denke, die Propheten mussten die Botschaften selbst leben, damit das, was sie verkündigen sollten, ins Leben passt. Dass sie von innen heraus handeln konnten. Ihre Botschaften waren ein Teil von ihnen.


Donnerstag, 13. November 2014

Nebel und Leben



So sah es heute Morgen von meiner Wohnung aus gesehen aus.
Ich saß vor dem Fenster zum Frühstück und dachte darüber nach, wie ich gestern versucht habe, jemandem meine Gedanken über Gott, wie er sich den Menschen nähert, zu schildern. 
Es waren keine Dogmen oder festgelegte Bilder. Sondern einfach Gedanken, wie es aus anderer Sicht gesehen sein könnte. Was da zurückkam, waren aber Dogmen. Und man wollte, dass auch ich meine Sichtweise in Dogmen erkläre. Aber ich glaube nicht an Dogmen. Ich glaube daran, dass Gott den Weg zu den Menschen sucht und Jesus den Weg zum Vater geöffnet hat.
Während ich so nachdachte, kam mir dieses Bild, vor meinem Fenster anschaulich vor, wie Menschen Gott wahrnehmen. Keiner kann ihn vollends erkennen, sondern immer nur daran, wie Gott sich selbst äußert, welche Spuren er hinterlässt. Manches sieht man, wie hinter einer Nebelwand. Zum Teil nur die Umrisse und zum Teil nichts von dem, was dahinter liegt. Manchmal kommt vielleicht ein Sonnenstrahl in die Nebelwolke. Dann sieht alles freundlicher aus, man kann manches erkennen - hinter dem Nebel - vieles nur vermuten.
Menschen stehen an unterschiedlichen Stellen vor der Nebelwand. Einige dort, wo man gerade gar nichts sieht. Andere dort, wo man ein wenig die Umrisse erkennen kann. Manche vielleicht auch da, wo der Nebel sich gerade etwas gelichtet hat und man einen Blick auf einen Teil dessen bekommt, was an anderen Stellen verdeckt ist. Niemals aber kann einer der Menschen behaupten, Gott gesehen zu haben. Man kann nur Spuren von ihm erkennen. Manchmal deutlich,, weniger deutlich oder gar nicht. Darum ist es falsch, wenn einer, der vielleicht gerade an einer Stelle steht, wo der Nebel sich etwas gelichtet hat, behauptet, die anderen, nur er sähe das Richtige und alle anderen sehen falsch. Selbst wenn man manches meint, ziemlich klar zu sehen, sind es nur Spuren  nie Gott selbst.

Um die Spuren, welche man wahrnimmt, so deuten zu können, damit die Botschaft, welche in den Spuren liegt, für sich zu erkennen, braucht es Gott selbst.  Wenn ich die Verbindung zu Gott suche und er mir entgegen kommen darf, erkenne ich die Botschaft, die mir ganz persönlich gilt.  Diese Botschaft gilt es zu bewahren und anzuwenden - im eigenen Leben. Für mich ist diese Botschaft richtig,  genau in diesem Moment. Sie wird nicht zwangsläufig für alles anderen um mich herum richtig. Wenn andere etwas anderes sehen, kann das ebenso richtig sein. Weil die Botschaft ihnen ganz persönlich gilt. Erst Gott selbst kann seine Botschaft lebendig machen, dass sie berührt und etwas bewirkt..

Ebenfalls heute Morgen las ich von Esra, wie er dem gerade zurückgekehrten Volk Israel aus der Thora vorlas. Die Worte waren nicht lebendig. Und trotzdem wurden die meisten Zuhörer von ihnen berührt. Weil sie bereit waren, Worte von Gott zu hören und aufzunehmen. Die Haltung des Herzens  hat die Botschaft lebendig gemacht, so dass sie berührt wurden von Gott selbst. -

Mein Rosenstock auf dem Balkon hat im Herbst noch einmal voll zugelegt. So schöne Blüten hat sie kaum im Sommer gehabt. Und noch etliche Knospen. Schönheit, die auch der Nebel nicht verdecken kann. Schönheit, die vom Schöpfer zeugt. 




Dienstag, 11. November 2014

So ist das Leben

Dieses Gedicht:


... aus diesem Buch:


... hat mich die letzten Tage berührt.

Weil es ausdrückt, was ich zur Zeit empfinde.
Ein Stück des Lebens, auf dem Weg, auf dem ich gerade gehe.


Dienstag, 4. November 2014

Feierabend

Jetzt habe ich,bevor der ganze Advents- und Weihnachtstrubel losgeht, noch eine Woche Urlaub. Mein Hobby wurde dafür gut genährt. Etliche interessante Bücher habe ich in der letzten Zeit in der Bücherkiste meiner Kirche gefunden. Und eines hat meine Tochter mir von sich ausgeliehen. Das habe ich aber schon fast durch.

Eine Woche zeitlos leben. Keinen Druck, irgendetwas tun zu müssen - außer den, welchen ich mir selbst mache. Aufstehen und schlafengehen wann ich mag. Und wenn es regnet oder schneit, die gemütliche warme Stube noch mehr genießen. Einen Tag muss ich noch los, irgendwo Vögel füttern, wo jemand in Urlaub ist. Aber den Tag kann ich auch gleich dazu nutzen, etwas zum essen zu kaufen. Also ist es gut, wenn es einen Grund gibt, dass ich doch einmal raus muss.

Meinen Haushalt will ich in dieser Zeit mal wieder einen Sommer-out und Winter-in -Aktion unterziehen. Was immer das wirklich bedeutet, das entscheide ich, wenn es soweit ist.

...und wenn mich zwischendurch ein paar nützliche Gedanken und ein Schreibtrieb überfallen, dann entsteht vielleicht auch noch ein Text hier.

Schönen Abend noch!


Freitag, 31. Oktober 2014

Musik ...

... ist ein Kanal, über den mein Herz berührt werden kann.
Ich weiß nicht, welche Musik es ist. Es ist nicht immer die gleiche Richtung. Manchmal sind es kleine einfache Melodien und manchmal gewaltige Ströme. Sie kommen und bringen mein Herz ins Schwingen ... so dass ich fliegen kann, hoch über alles, was mich hindern will, hinweg.

Heute Morgen war ich wieder in meiner Kirche. Hatte vorher Blumen gekauft um diese nun in ein Gesteck umzuwandeln. Eigentlich hatte ich mich gefreut über eine stille und besinnliche Zeit. Aber als ich vom Blumenkauf zurückkam, saß einer der Aushilfs-Organisten an der Orgel und probte für Sonntag.

Orgelmusik gehört idR nicht zu meinen Favoriten. Sie ist mir meistens zu laut und macht mich eher unruhig. Bei der Arbeit mag ich sie nicht besonders. Sie raubt mir meine Besinnlichkeit. Aber was soll's - nun war er da, der Organist. Also finde ich mich damit ab.

Nach einigen Stücken aber auf einmal war so ein Augenblick. Eine Melodie, beschwingt und fröhlich, zugleich umfangend und Geborgenheit vermittelnd .... sie berührte mich und hob mich empor. Irgendwie bin ich auf den Wellen dieser Musik zu mir selbst gekommen - ganz ohne Stille. Und das hat mich getragen, eine ganze Zeitlang, auch als dann wieder "ganz gewöhnliche" Töne aus der Orgel strömten.

Später konnte ich noch eine Weile in der Stille dort arbeiten. Denn heute Abend ist ein Gottesdienst in der Kirche. Dafür habe ich den Raum vorbereitet. Auch, als ich nach Hause ging, fühlte ich mich getragen ... irgendwie.

Für mich sind das (und viele andere Erlebnisse, die herausheben aus dem Alltag) Begegnungen mit Gott. Denn meistens ist darin verpackt noch eine oder mehrere Botschaften, die ich Gott zuschreibe. Weil es mich in Gedanken in Gespräche mit Gott versetzt. Genau Antworten gibt auf solche Dinge, die mich im Alltag beschäftigen. Da, wo ich Fragen gestellt habe, sehe ich auf einmal klar die Antwort vor mir und wundere mich, warum ich sie bis jetzt nicht gesehen habe. Wo Lasten tragen auf einmal leichter erscheinen, als zuvor. Wo Kraft mich erfüllt, wo ich mich vorher einfach nur schwach und unfähig fühlte.

Ich glaube, in den Momenten ist Jesus gerade bei mir vorbei gekommen. So wie er früher mal an Menschen vorbei kam, sie berührte, so dass sie danach nicht mehr so waren wie vorher. Er hat sie heraus gehoben aus dem Alltag, aus dem Ächzen unter den Lasten und hat sich selbst mit in das Joch eingespannt. Und die Lasten wurden leichter. Sie wurden geheilt.

Es passt für mich zum heutigen Tag. Reformation heißt für mich, dass Gott die Menschen von den Dogmen und Lasten weggeholt hat, sie berührt und empor hebt, auf den Berg der Verklärung. Da, wo die Alltäglichkeiten der Welt weit entfernt zu sein scheinen, so als wenn sie mich nie berührt haben. Damit ich berührt werden kann von dem Geist Gottes, der heilt.

Reformation heißt für mich auch, wieder zurück zu gehen - in den Alltag, runter vom Berg. Aber dabei nicht alleine sein. Jesus geht mit und spannt sich selbst mit ein in das Joch, trägt die Lasten mit und macht das Joch leicht. Schenkt mir den Blick "aus der Höhe" und lässt mich manchmal sogar fliegen.

Freitag, 24. Oktober 2014

Nie tiefer, als in Gottes Hand

Keiner ist wie der Gott Jeschuruns, der auf dem Himmel einherfährt zu deiner Hilfe und in seiner Hoheit auf den Wolken. Eine Zuflucht ist der Gott der Urzeit, und unter dir sind ewige Arme.

5. Mose 33, 26+27

Dazu fällt mir das Lied von Manfred Siebald ein: "Wie tief kann ich fallen", wo der Refrain immer wiederholt: "Nie tiefer, als in Gottes Hand..."

Auch das Kirchengesangbuch hat ein Lied dazu "Du kannst nie tiefer fallen, als nur in Gottes Hand".

Heute war wieder einmal eine Trauerfeier. Und der Text aus 5. Mose war Predigttext. Es ist ein Teil des Segens, den Mose über dem Volk Israel ausgesprochen hat, kurz vor seinem Tod.

Schon oft habe ich über diesen Text nachgedacht. Aber heute ging mir wieder ein Licht auf darüber, was Jesus eigentlich verkündigen wollte. Denn Jesus hat immer wieder betont, dass er den Menschen den Weg zum Vater zeigen wollte. Dass man in ihm den Vater erkennen könne.

Unser Pfarrer hat das noch an dem Namen festgemacht, der Maria für ihr Kind verkündigt wurde, wie es in Matthäus 1,23 heißt. "Immanuel", was heißt "Gott mit uns".

Was kann es besseres geben, als dieses Bewußtsein?


Mittwoch, 15. Oktober 2014

Opfer oder Geschenk - vom Ziel her verstehen

Schon seit längerer Zeit hat sich mir eine Sicht erschlossen, welche die ganzen Gesetze der Bibel von einer ganz anderen Seite zeigen, als sie allgemein interpretiert werden.  Das hat schon so manche Male dazu geführt, dass Menschen, mit denen ich über Themen mit diesem Inhalt Erfahrungen ausgetauscht habe, meinen "Glauben" als "falsch" beurteilt haben. Da tauchen dann gerne Schlagwörter auf, wie "Kuschelgott" oder "Weichspüler-Christ" ... die Palette der Titulierungen scheint da unbegrenzt.

Interessant ist für mich aber, im Fortschritt dieser Erkenntnis, dass viele Bibelworte, welche mir oft als Gegenargument vorgehalten werden, von meiner Sicht her viel besser passen, als das, wofür es allgemein so dargestellt wird. Wie z.B. u.a. ...
Lukas 9,23 -Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. 
oder ...
Matth. 11, 29-30 -  Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Viele Menschen verstehen Gebote meistens im Sinne von VERboten und befolgen diese mit einer Opferhaltung, so als wenn man Gott mit eigenen Taten etwas geben könne. Dabei gilt es viel mehr, etwas von Gott anzunehmen, was Er dem Menschen als Gabe gibt - quasi als Geschenk. Der Mensch kann Gott NICHTS geben, was er nicht selbst von Ihm empfangen hat.

Ich denke sogar, dass die Opferhaltung der Menschen nicht im Sinne Gottes war und nach der Menschwerdung von Jesus überhaupt nicht ist. Wenn Gott den Menschen Opfergesetze gegeben hat, dann deshalb, WEIL Menschen sich mit Opfern den Weg zu Gott erkaufen wollten. In den Opfergesetzen zeigt Gott, dass kein Opfer den Weg zu Gott zeigt, sondern die Herzenshaltung, die hinter den Taten stehen. Und im Opfer von Jesus wurde das vollkommene Opfer den Menschen als Gabe gegeben, damit sie frei von Gesetzen zu Gott kommen können.

Darum kann man Gottes Gaben in den Gesetze der Bibel viel besser vom Ziel her erkennen.
Ich folge Jesus nach, mein Kreuz auf mich nehmend - WEIL - ich dort die Ruhe finde für meine Seele und auf dem Weg erst erkennen kann, dass die Last, welche mir als Gebot, im Sinne einer Forderung, vielleicht  zu schwer erscheint, leichter ist, als sie mir in der ganz alltäglichen Sicht erscheint.

Und das kann man in den ganz alltäglichen Dingen des Lebens erleben. Wenn man die Nähe Gottes sucht, weil die Nähe Gottes erfüllt mit den Gaben, die nötig sind, um das ganz normale Leben zu meistern.

Es gibt da auch ein Gesetz, das sich Christen gemacht haben. Das ist die sogenannte "Stille Zeit". Man kann eine vorschriftsgemäße Stille Zeit machen, ohne wirklich den Weg zu Gott zu finden. Weil man es als Gesetz tut. Wenn man aber Gottes Nähe sucht, WEIL man erfährt, dass man dort Ruhe findet für seine Seele, dann kann man erleben, dass dies der Ausgangspunkt eines Weges in unruhigen Zeiten ist, auf dem die Lasten des Weges leicht werden - auch wenn sie in der Vorschau schwer erscheinen.

Das Schwierige an dem Finden des Weges sind wir Menschen selbst. Ich weiß inzwischen, dass meine Seele nur bei Gott selbst die Ruhe findet. Aber es gibt keine Pauschalvorgaben, wie ich dahin komme. Jeder neue Tag hat neue Chancen, welche gefunden werden wollen. Manchmal scheitere ich schon beim Aufstehen. Da kann es sein, dass ich schlecht geschlafen habe oder der Wecker nicht vorschriftsmäßig geläutet hat, oder auch nur viele Anforderungen des Tages in meinen Gedanken herumgeistern und meine Gedanken gefangen nehmen.

Schön ist es, wenn ich selbst an solchen verkorksten Tages-Anfängen sehr oft erleben kann, dass Gott mir einen Weg zeigt, wie ich mittendrin im Tagesgeschehen ihn trotzdem erkennen kann und seine Ruhe finden kann. Das kann manchmal wie ein Lichtstrahl in der Dunkelheit kommen und gerade wegen der Dunkelheit umso heller strahlen und meine Seele erwärmen. Das schafft kein Ritual am Morgen, solche Gottesbegegnungen zu überstrahlen.

Ruhe für meine Seele finde ich nur bei Gott selbst. Und das macht für mich die Sache so unbegreiflich. Ich kann sie nicht festhalten mit Ritualen oder befolgen von Geboten oder sonstigen Vorschriften. Was ich kann ist, Gott immer wieder mein Herz zuzuwenden. Für mich geht das auch mit den Worten beim Aufwachen: "Hier bin ich, Herr. Gehe DU mit mir und mache meinen Tag gut." ... oder so ähnlich. Mein Herz kann nur Gott selbst beurteilen. Das kann kein Mensch sonst, außer ich selbst beeinflussen. Kein Ritual kann meine Herzenshaltung ersetzen. Ebenso kann keine Handlung meine Herzenshaltung verdunkeln. Auch wenn mein Handeln für manche Menschen etwas anderes zeigt, als mein Herz wirklich meint, beurteilt Gott das Herz, wie es ihm zugewandt ist.

Der rote Faden, den ich in den Geboten und Geschichten der Bibel und dem Handeln Gottes an mir selbst immer wieder erkenne heißt: "Wende dein Herz mir zu und du wirst Ruhe finden - überall, wo immer du bist!"

Montag, 13. Oktober 2014

Improvisieren gegen Perfektionismus

Erst kürzlich habe ich im Gespräch, bei dem es um den Perfektionismus ging, gesagt, dass ich viele Sachen kann. Aber nichts perfekt. Aber eines habe ich damals zu Hause gelernt, das heute nur noch Wenige können: improvisieren. Aus alten Dingen neues machen, umfunktionieren und mit Material arbeiten, das vorhanden ist, auch wenn es nicht grundsätzlich die Bestimmung hatte.

So habe ich heute drei paar alte Schuhe geflickt, mit dem Stoff einer alten Handtasche.
Gut - wenn ich nicht gerade knapp bei Kasse gewesen wäre, hätte ich sie wahrscheinlich auch gewohnheitsmäßig weggeworfen - wie es heute fast jeder tut. Aber nun bin ich stolz, dass ich etwas geschafft habe und finde meine alten Schuhe einfach perfekt.

Sie sind äußerlich auch noch perfekt. Nur von innen sahen sie schon sehr demoliert aus. An der Ferse war das Futter total kaputt. Voriges Jahr hatte ich mehrmals Reparaturklebeband drüber geklebt. Aber das hat nicht lange gehalten. Und so kam mehrere Male neues Klebeband drüber. So dass es auch an den Fersen eher Blasengefahr bestand, wenn ich nicht ganz dicke Socken drin getragen habe. So habe ich überlegt, was für ein Material ich nehmen könnte, das ich dann mit Heißkleber draufkleben könnte. Durch die ständige Wechselei der Klebestreifen brauchte ich auch schon ganz schön große Flicken, der im gesamten Fersenbereich angebracht wurde. Und da sah ich die Handtasche, die aus glattem Kunststoff gemacht war.

Die Schuhe habe ich mir vor einigen Jahren mal gekauft, als ich ein Angebot für Rabatt bei einem Online-Versand bekam. Da noch zwei paar mit Rabatt dazubestellt, wovon ich schon ein Paar hatte und das sehr gut fand. Natürlich alle drei in verschiedenen Farben. Es sind bequeme Laufschuhe, aber mit einen extravaganten Verschluss an der Seite. Ich habe sie sehr viel getragen. Aber sie sehen von außen immer noch sehr gut aus. Und jetzt sind sie auch innen wieder gut. Die Flicken sieht man außen ja nicht. Und weil die alte Handtasche sowieso schon da lag, um in dem Müll zu landen, habe ich eben recyclet.

Im Improvisieren war mein Vater immer sehr gut. Schon fast zu gut. Denn meine Mutter nervte es schon manchmal, wenn manches so provisorisch aussah, was er repariert hatte. Bei ihm ging es in erster Linie immer um dem Nutzen. Die Schönheit war zweitrangig. Aber er hatte einen Blick für Dinge, die man als Ersatz für einen Ersatz nehmen konnte. Davon haben wir Kinder meines Vaters auch alle etwas mitbekommen. Meine Geschwister noch mehr als ich. So hat meine ältere Schwester ihre gesamte Küche (für einen 12-Personen-Haushalt) und viele der Möbel selbst gebaut. Zum großen Teil aus alten Paletten, die ihnen eine Firma als Brennholz geschenkt hatte.

Ich ertappe mich auch heute oft noch, dass ich schöne farbige durchsichtige oder glänzende Papierchen aufheben will, die von irgendwelchen Verpackungen kommen. Um sie für bunte Laternen oder Fensterbilder zu benutzen. Dabei mache ich solch einen Schnickschnack garnicht mehr. Darum ermahne ich mich dann auch selbst, dass ich nicht alles sammeln will, was man vielleicht für irgenetwas nutzen könnte, was man nicht wirklich braucht.

Aber heute habe ich etwas Brauchbares geschaffen. Und mich dabei erinnert, wie es oft früher zu Hause war. So hoffe ich mal, dass meine neu geschaffenen alten Schuhe noch ganz lange halten. Aber vielleicht geht mir ja auch wieder mal eine Handtasche kaputt, die ich dann in die Schuhe recyclen kann. 

Samstag, 11. Oktober 2014

Alles hat seine Zeit ... in der Gegenwart liegt das Leben.

Die letzten Tage waren meine Gedanken wieder bunt und bewegt. So dass ich vorgestern meine Gedanken auf FB so mitteilte:



Licht und Dunkel. Wolken und blauer Himmel. Sonne und Schatten. Alles ist zu sehen. Darum kann der Schatten, der im Moment noch auf meiner Seite liegt, nicht täuschen. Die andere Seite ist auch da. Sie bewegt sich. Zu mir hin. Von mir weg. Wechsel bestimmt das Leben. 
Das sagt mir heute: Auch wenn ich manchmal nur Schatten sehe, ist das Licht vorhanden. Es bewegt sich. Auch wenn es für mich manchmal undurchdringlich erscheint...
Mit diesen sinnigen Gedanken von mir heute Morgen wünsche ich euch allen einen schönen Tag! 

Von zu Hause aus war ich so erzogen, dass das irdische Leben nur ein Gastspiel sei und das wirkliche Leben erst im Jenseits stattfindet. Darum solle man Schätze für das Jenseits sammeln und in die gegenwärtigen Momente nicht zu tief eintauchen. Auf diese Weise war ich sehr lange Zeit irgendwie immer auf der Überholspur unterwegs. Strebend nach den Schätzen für das Jenseits. Und dabei den Blick für das Diesseits fast zu verlieren. So sind manche wertvolle Momente des Lebens einfach an mir vorbeigerauscht, kaum dass ich sie bemerkt hatte. Irgendwann, zwischen meinem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr fing ich an, zu bemerken, dass mir mit dieser Haltung wertvolle Momente verloren gingen. Und ich suchte nach dem Sinn des diesseitigen Lebens - ziemlich lange, ungefähr nochmal zwanzig Jahre. 

Nun bin ich endlich auf dem Weg, den Sinn des zeitlichen Lebens und damit mich selbst, meinen ganz persönlichen Sinn des Lebens zu entdecken. Mit dem Motto, welchen ich dann auch über diesen Blog gesetzt habe: Alles hat seine Zeit!

Es scheint mir seitdem so, als habe mein Leben erst jetzt richtig angefangen. Ich entdecke die Schönheiten, die lichten Momente und auch die Schatten, um in diesem Wechsel der Zeiten zu leben, anstatt nur zu überleben.  Darin bin ich nun schon lange Zeit im Lernen.

Gerne wollte ich früher und auch heute die besonderen Zeiten des Lichtes festhalten. Auch Blogeinträge sind manchmal davon geprägt. Weil mich immer noch die Gedanken festhalten, dass die Vergänglichkeit einen Gegensatz zum wirklichen Leben darstellt. Weil in der Vergänglichkeit ein Fluch läge, in dessen Grund die Sünde in der Menschheit läge. 

Ebenso hatten es drei Jünger von Jesus erlebt (Markus, Kapitel 9), als sie mit ihm auf einem Berg standen und Herrlichkeit Gottes erlebten, weit entfernt über dem irdischen Mühen und der Begrenztheit. So dass einer der Jünger den Augenblick festhalten wollte. Aber der Augenblick ging, und die Jünger machten sich auf den Weg nach unten, zurück in den Alltag. Aber nicht allein. Jesus ging mit ihnen. Denn Jesus hat die Menschen gelehrt, wie sie in der Gegenwart leben können und darin Leben finden. Mit den Augenblicken der Erfahrungen der Momente des unverfälschten Lichtes. Als Antrieb, das Leben zu leben, in seinem Wechsel der Zeiten. Und das ist der Punkt, der das Jenseits für mich mit dem Diesseits verbindet. Das verstehe ich unter dem was Jesus in Lukas 17,21 sagt: " ...das Reich Gottes ist mitten unter euch." 

Ich lerne inzwischen, nicht die schönen Augenblicke festzuhalten, sondern sie zu LEBEN.
Denn der Effekt liegt in dem Wechsel zwischen Licht und Schatten. Wenn es keine Dunkelheit gäbe, würden wir das Licht nicht bemerken. Je dunkler es ist, desto deutlicher ist das Licht zu erkennen.

Ich will immer noch aufschreiben, was ich erlebe. Aber nicht nur die lichten Zeiten, sondern besonders den Wechsel zwischen Licht und Schatten. Das bedeutet, zuerst in diesen Momenten leben, mich voll auf sie einlassen. Und dann, wenn der Moment neuen Momenten weicht, schreibe ich es nieder, was ich erlebt habe. Damit ich mich erinnere, zu Zeiten, in denen ich mehr die Schatten als das Licht, welches überhaupt erst dazu führt, die Schatten wahrzunehmen,  auch zu erkennen. Und wenn es erst einmal nur in der Erinnerung ist. 

Psalm 103,2 - Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!

Sonntag, 21. September 2014

Bücher, Geschichten, Schicksale - und Leidenschaften.

Ich liebe Bücher schon seit meiner Kindheit. Nicht nur die Geschichten darin, sondern auch die Bücher als Gegenstand. Weil sie mir ein Gefühl von Gemütlichkeit, Geborgenheit und Sicherheit vermitteln.

In meiner Herkunfts-Familie waren es besonders die Frauen (meine Mutter und ihre vier Töchter) welche die Bücher als lebenswichtiges Detail betrachteten. Mein Vater und meine Brüder waren da eher zurückhaltend. Dennoch waren Bücher für alle ein wichtiger Bestandteil unseres Hausrats. Weil wir keinen Fernseher hatten, solange ich noch zu Hause wohnte.

Darum waren wir alle zeitweise auch Nutzer von Bibliotheken, wobei ein Buch, das dort ausgeliehen wurde, natürlich zuerst von meiner Mutter gelesen werden musste. Sie musste natürlich darüber wachen, dass nichts Ungutes in unser von ihr beschütztes Dasein hinein kam. In Wirklichkeit war sie, genauso wie wir, in gewissem Maße süchtig nach Büchern.

So gab es Zeiten, in denen wir alle mit einem Buch vor der Nase saßen. Oft auch zu Zeiten, wo eigentlich etwas Wichtigeres anstand. Wobei dann der Maßstab aller Dinge meine Mutter war. Wenn sie das Buch weglegte - oder es auch nur ausgelesen hatte, kamen die wichtigeren Dinge zum Zuge und wir mussten auch unsere Bücher weglegen. Oft haben wir dann natürlich abends in unserem Zimmer noch länger gelesen, als erlaubt. Es war jedenfalls eine schöne Zeit, die irgendwie ein Heimatgefühl gab.

Ich persönlich lese Bücher so, dass ich "eintauche" in die Welt, die sich mir dort auftut. Ich fiebere mit, wenn jemand in Bedrängnis ist, genieße das Schöne, das den Figuren des Buches erleben und manchmal ertappe ich mich sogar, dass ich bete, dafür dass es gut ausgeht.

So ist nun in meinem jetzigen Lebensumfeld total gut, dass mein Chef, der Pfarrer, irgendwann mal angeregt hat, eine Tausch-Bücherkiste in unserer Kirche aufzustellen. Unsere Kirche ist Werktags tagsüber geöffnet und ist darum frei für jeden, der die Angebote annehmen möchte. Diese Idee habe ich dann natürlich vorangetrieben, weil sie mir sehr entgegen kommt. Schließlich bin ich meist die Erste, die dort neue Bücher auch sieht und auswählen kann, ob es für mich passt. Und wenn ich sie ausgelesen habe, brauche ich keinen Platz in meiner Wohnung zu schaffen, sondern kann sie einfach wieder in die Kiste zurückstellen. Oder wenn ich den Eindruck habe, dass das Thema passend ist für irgendjemand, den ich kenne, dann gebe ich es weiter. Ist also eine tolle Möglichkeit, ohne großen finanziellen Einsatz, an viele Bücher zu kommen.

Vor etwa drei Wochen kamen nun drei Frauen morgens in die Kirche, als ich noch dort war und brachten eine ganze Tasche voll Bücher. Sie sagten, sie müssten sich leider davon trennen und wüssten nicht, wohin damit. Ich habe ihnen versichert, dass es sehr schön ist, dass sie damit unsere Bücherkiste beehren. Bei der Durchsicht habe ich dann auch gleich ein paar Exemplare ausgesucht für mich. Nach einer Woche waren fast alle dieser Bücher aus der Kiste weg. So dass die Frauen einen neuen Schub brachten. Auch dort habe ich mich wieder bedient - und andere nach mir. Nun kamen sie ein drittes Mal, ein paar Tage vor meinem Urlaub. Hier habe ich mich wieder bedient und für den Urlaub eingedeckt. Aber ich glaube, mein Vorrat an Büchern reicht nun für die nächsten Wochen. Da ist dann mein Abend mit lesen ausgefüllt. Ich brauche ohnehin keinen Fernseher. Obwohl seitdem jeder Haushalt in DE Gebühren zahlen muss, ein altes dickes Gerät in meiner Wohnung steht, habe ich den seit dem Frühjahr nicht mehr benutzt. Wenn ich Bücher habe, ist ein Fernseher dagegen nichts mehr wert.

So habe ich kürzlich eine wahre Geschichte gelesen, über einen Jungen, der in Afrika als Straßenkind lebte, da heraus kam und nun in Hamburg Lehrer ist. Und danach die Geschichte einer Afrikanerin, welche die Beschneidung bei Mädchen noch durchgemacht hat. Dann aber durch viele Umwege Hilfe gefunden hat und nun anderen Mädchen mit ähnlichem Schicksal zu helfen.- Jetzt bin ich gerade dabei, ein altes Buch aus den 50er-Jahren zu lesen, das in der Zeit zwischen 1930 und 1970 spielt. Das ist aber eine erfundene Geschichte, die aber wohl authentisch ist mit vielen Geschichten in dieser Zeit.

Immer wieder denke ich nach über die Schicksale, die so manche Kinder durchmachten. Solche, die wir uns in unserer Gesellschaft oft garnicht vorstellen können. Solche, wovor wir unsere Kinder bewusst zu schützen versuchen und wovon wir wissen, dass wenn sie nur einen Bruchteil davon erleben würden, sie geschädigt würden und möglicherweise psychatrische Hilfen brauchten, um in unserer Gesellschaft zurechtzukommen. Anderseits kann man aber auch gerade an diesen Geschichten erkennen, dass schlimme Schicksale manche KInder stark machen. So dass diese eine Leidenschaft entwickeln, anderen Kindern zu helfen, solche Schicksale zu überwinden. Dann hat das schlimme Erleben im Grunde eine positive Entwicklung genommen. Das sind dann aber auch Kämpfernaturen.

Da kann man dann schon auch die Frage nach dem Warum zu dem Leid der Welt nachvollziehen. Vor Allem, wenn es von denen kommt, die sich so etwas nicht vorstellen können. Auch für mich selbst bekomme ich Antworten auf diese Fragen, durch solche Geschichten. Weil ich erkennen kann, dass auch Leid im Leben einen Sinn bringen kann. Dann, wenn ich mich dem Leid stelle, wenn ich nicht zulasse, dass es mich unterkriegt. Oder - wie ich es lieber ausdrücken möchte, weil ich es eher so erlebe: dass Gott einen Weg aus dem Leid macht, der eine Leidenschaft weckt, anderen Menschen auch einen Weg aus ähnlichem Leiden zu zeigen.


Mittwoch, 17. September 2014

Städtereisen

Eine lange Zeit war ich der Meinung, dass es, außer meinen drei wundervollen Kindern, keine wirklich schönen Erinnerungen aus meiner Ehezeit gäbe. Aber nun, nachdem ich die unguten Dinge zum großen Teil verarbeitet habe, kommen auch Erinnerungen an viele schöne Augenblicke. Einige davon lagen in den Tagesreisen, die wir unternahmen.

So ließ sich mein damals-Mann oft dazu überreden, Tagesfahrten an schöne Orte zu unternehmen. Er fuhr eben gerne mit dem Auto und ich liebe Reisen. Autofahren war zwar auch bei den Fahrten der überwiegende Teil - welches meine Kinder irgendwann beanstandeten. Sie und auch ich wollten die Orte gerne viel mehr hautnah erleben, als nur vom Auto aus. Aber in meiner Erinnerung gab es immer auch genügend Zeit, die wir dazu nutzten, die Städte zu Fuß anzusehen, manche besondere Dinge darin zu besuchen - wie Zoo, Museen, alte Gebäude, Berge und Wälder.

Wir lebten im Norden Deutschlands, nördlich im Bundesland Niedersachsen. Vor dem Mauerfall waren unsere Zielorte: Lübeck, Timmendorfer Strand, Kiel, Laboe, Flensburg, Malmöö DK, Cuxhaven, Bremen, Bremerhaven, Husum, Nordstrand. Und in der Zeit, als meine Eltern noch in Kappeln wohnten, sind wir auch öfter mal dort gewesen.

Nach dem Mauerfall zog es uns dann oft auch nach "Drüben". Ich erinnere mich an unsere erste Fahrt danach. Das war ungefähr ein halbes Jahr nach dem Mauerfall. Wir sind einfach mal drauflos gefahren. Landeten in Feldern, in denen es wirklich leise war. Wir erlebten Stille zum Anfassen - fast unberührt von der Zivilisation. In den Orten gab es eine Menge verwahrloster Gebäude. Später wurde es nach und nach belebter dort und man verbesserte viele Stadtbilder. Darum war die erste Fahrt eine ganz besondere Erfahrung.

Im Osten war dann Schwerin unser ganz spezielles Ziel, das wir immer mal wieder besuchten. Auch Wismar und Rostock war auf dem Plan - und alle Orte zwischen diesen Orten. Wernigerode und etliche Orte auf dem Weg dorthin kam dann eher in den letzten Jahren meiner Ehe vor. Einmal, so ziemlich am Ende unser gemeinsamen Zeit waren wir auch für drei Tage in Dresden.

Das sind gute Erinnerungen, die ich nun auch festhalten möchte. Irgendwie vermisse ich diese Beweglichkeit jetzt auch. Darum will ich wenigstens die Erinnerungen gerne aufleben lassen.

Dienstag, 16. September 2014

Eine kleine Reise

Nun bin ich wieder zurück von meiner Reise. War mit meiner Tochter für drei Tage, plus zwei Tage Fahrt im Norden in der "Alten Heimat". Weil meine Tochter dort zu einer Hochzeit eingeladen war, ist sie mit dem Auto hingefahren und ich habe die Gelegenheit genutzt, um mitzufahren.
Dieses Mal habe ich mich mit keinem meiner "alten Freunde" dort getroffen, sondern ganz der Familie gewidmet und auch Zeit für mich genommen. Auch meinen Ex-Mann habe ich, zusammen mit meiner Tochter besucht. War dieses Mal irgendwie alles viel entspannter als zu früheren Zeiten. Für mich ein Zeichen, dass ich mich mit meiner Vergangenheit versöhnen kann. Ich konnte mir manches im Rückblick anschauen, ohne mich in "Warum-Fragen" zu verlieren.

Mit meiner Tochter war ich am Freitag in einem kleinen Ort an der Elbe und meine Söhne, bei denen wir übernachtet haben, sind dann am Sonntag mit uns durch "Ihr Hamburg" gezogen. Da sie beide eine Zeitkarte der Hamburger Verkehrsunternehmen haben, mit der Option, je eine Person pro Karte mitzunehmen, sind wir S- und U-Bahn gefahren und in Hamburg mit der Fähre ein Stückweit.

Es war schön, die Zeit mit meinen Dreien.

Ein paar von den Eindrücken dieser Zeit zeige ich euch hier mal.

Lühe an der Elbe

Lühe, an der Elbe

Hamburg Hafen

Hamburg Teufelsbrück



Hamburg Alster






Montag, 8. September 2014

Heiligung







Interessante Themen gibt es gerade im Forum. Hier geht es um die Heiligkeit Gottes und wie ein Mensch Heiligung erfahren kann. Das hat mich auch wieder zum Nachdenken angeregt und Worte schreiben lassen, die mir erst beim schreiben selbst bewusst wurden. Diese möchte ich hier für mich auch nochmal festhalten. Kopiere es aus dem Forum hier rein.


Ich finde als Vergleich für die Heiligkeit Gottes das Feuer ganz gut - wenn auch begrenzt.
Menschen können mit Feuer arbeiten, aber auch von ihm verbrannt werden. Das Feuer schafft manches vollends zu vernichten. So als wenn es das nie gegeben hätte. Aber Feuer kann auch wärmen und vor der Kälte schützen, Licht spenden und die Dunkelheit verdrängen.

Im Umgang mit Begegnungen zwischen Gott und Menschen schaue ich mir gerne das Beispiel von Jesaja an.
Jesaja 6 hat geschrieben:
1 In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel. 2 Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: Mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. 3 Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! 4 Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens und das Haus ward voll Rauch. 5 Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den HERRN Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. 6 Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, 7 und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei. 8 Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! 9 Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret und verstehet's nicht; sehet und merket's nicht!


Jesaja war in dem Moment, wo er Gott begegnete, buchstäblich überwältigt. Er hatte das Gefühl, nicht bestehen zu können. Aber eine einfache Geste von Gott hat ihm bestätigt, dass er "geheiligt" wurde, für diesen Moment. Weil Gott ihm etwas sehr Wichtiges mitzuteilen hatte. Auch hier hat Gott ihm nicht einfach den Auftrag übergestülpt, sondern gefragt: "Wen soll ich senden, wer soll mein Bote sein". So dass Jesaja die Entscheidung selbst treffen musste, um für den Auftrag fähig zu sein.

Ich denke, das ganze Drumherum, die Rituale und die Erscheinungen waren nicht so wichtig. Aber sie dienten dazu, dass Jesaja sich seiner Stellung bewusst wurde und dazu, dass er den Auftrag mit ganzem Willen ausführt. Diese Dinge dienten letztlich dem Menschen Jesaja. Nicht dass sie notwendig waren, um der Heiligkeit Gottes angemessen gegenüber treten zu können. Sondern dem Jesaja die Erwählung für seinen Auftrag bewusst zu machen und darauf vorzubereiten, dass er ein Stückweit diese Heiligkeit Gottes den anderen Menschen verkündigen musste. Jesaja hat wahrscheinlich auch hier nur eine winzige Facette der Heiligkeit Gottes gesehen. Anders hätte er es nicht ausgehalten. Es war nur so viel, wie er brauchte für seinen Auftrag. Aber für ihn schon überwältigend - geradezu umwerfend.

Menschen werden nie "angemessen" Gott begegnen können. Wenn ein Mensch "geheiligt" wird, dann geht das von Gott aus. Auch dann ist der Mensch nur fähig, Gott zu begegnen. Angemessen ist er nie. Weil Gott über allem steht. Aber Gott macht es möglich, dass Menschen ihm begegne können. Jedem so, wie er es versteht.

Sonntag, 7. September 2014

Salomo - sehr menschlich und trotzdem voller Weisheit

Eine Weile fiel mir nicht mehr viel ein, was ich hier schreiben kann. Darum habe ich wieder mehr in Foren geschrieben, zu Themen, die andere angeregt haben. Aber nun, von einem Forumsthema angeregt, haben sich die letzten Tage gleich Gedanken zu mehreren Themen miteinander in meinem Kopf verhakt. Und jetzt  versuche ich mal, diese zu entwirren ...

Es fing an mit Salomo, einem Sohn von David und dessen Nachfolger auf dem Königsthron in Israel (1.Könige 3) Es kam die Frage auf, ob Salomo es wert sei, dass man seine Weisheit rühmt. Ob er denn unfehlbar sei. Die tausend Frauen lassen eher das Gegenteil vermuten. Und manche kommen an dieser Stelle nicht damit klar, dass Salomo in der Geschichte Israels, solch einen Platz bekommen hat mit all dem Reichtum und Ruhm obendrein.

Mir kommt bei solchen und ähnlichen Fragen immer die Antwort in den Sinn, dass Gottes Maßstäbe ganz anders sind, als wir ermessen können. Fragt sich nur, wie anders. Bevor ich alles hier noch mal neu in Worte fasse, kopiere ich meine Antwort im Forum mal hier rein:

Der König Salomo war ein Mensch und damit begrenzt und er hatte Fehler.

Es wird am Anfang berichtet, dass Gott ihn fragt, was er sich von ihm wünscht. Salomo hat sich Weisheit gewünscht, als König (1.Könige 3). Und weil er nicht den Reichtum an die erste Stelle gesetzt hatte, sondern erst an die Menschen dachte, dessen König er sein sollte, hat Gott ihm den Reichtum noch zusätzlich geschenkt.

Gott sieht das Herz eines Menschen an. Und danach beurteilt er.
Menschen sehen nur das, was vor Augen ist, und beurteilen das.

Ich denke, "Weisheit" ist genau das: wenn man tiefer schauen kann, als nur das, was vor Augen ist.

Es gibt etliche Bibelverse, die aussagen, dass diejenigen, die zuerst nach seiner Beziehung zu Gott suchen, bevor sie an sich selbst denken, Gott ihnen das dazu gibt, was sie brauchen. zB Matth. 6,33.

Nein, verstehen kann ich das auch nicht, was Salomo sich alles geleistet hat. Aber ich meine, darin zu erkennen, dass er immer in Verbindung zu Gott geblieben ist und nach seinem Rat gefragt hat. Das hat ihm Segen beschert. 

Gescheitert ist Salomo aber genau an den menschlichen Stellen, wo es ihm um sein eigenes Ansehen geht. Auch die Frauen gehören dazu. Letztendlich sind diese ihm aber zum Fallstrick geworden. 

Seine Weisheit hat Salomo für das Volk eingesetzt. Für sich selbst ging ihm diese wohl ziemlich ab. 

und noch auf die Frage, wie weit es mit seiner Weisheit wirklich her war:

Ich denke, bei allen Menschen, die in der Bibel von Gott gebraucht werden und auch bei denen, die in der heutigen Zeit als seine Boten bekannt sind, ist das Problem der Menschen, die sie beurteilen, dass man die Fehler höher bewertet als die Gaben. Im Grunde erwartet man von Menschen, die "gottesfürchtig" sind, dass sie fast fehlerlos sind.

Das kann aber eben kein Mensch leisten. Wer diesen Anspruch an sich selbst stellt, wird irgendwann daran verzweifeln . Und wer nur die Sünden anderer Gläubigen sucht, nimmt sich selbst die Chance, die großen Taten Gottes zu erkennen, die er durch Menschen tut.

Es ist schon im ganz normalen Alltagsleben bekannt, dass Menschen, die große Gaben haben, diese nur in einem begrenzten Bereich haben. Oft ist es sogar so, dass besonders begabte in manch einfachen Alltagssituationen total überfordert sind. 

Beim König Salomo zählt in der Hauptsache, was Gottes Gaben für ihn und durch ihn an das Volk geschahen. Und vielleicht soll gerade das Extreme in seinem privaten Leben zeigen, dass Menschen eben immer begrenzt sind und Fehler machen. Dass es aber mehr Sinn macht, sich nicht an den Fehler anzuhängen, sondern nach dem Guten zu schauen, das Gott in diesen Menschen gelegt hat und den Segen, den er weitergeben konnte.

Ich habe ja schon so manches Mal vermutet, dass Gottes Maßstäbe ganz anders sind, als wir Menschen es verstehen. Auch wenn man ganz genau versucht, die biblischen Gebote zu erkennen und einzuhalten, wird das immer noch nicht dem entsprechen, was Gott wirklich meint. Man kann das an ganz vielen Stellen lesen, die über Jesus berichtet werden, wie er anders urteilt, als die Menschen, die ihn umgeben.

Viele Christen sehen in den Gesetzen und in der ganzen Bibel DEN Willen Gottes und versuchen deshalb, alles genau so zu tun, wie sie die Worte der Bibel verstehen.
Aber was ist Gottes Wille wirklich?

In den Geschichten der Bibel läuft im Grunde immer alles darauf hinaus, dass Gott den Menschen zuruft: Kommt her - kommt zurück .... zu MIR! Das ist die Kernbotschaft Gottes! Ein Bibelvers, wo gesagt wird, was der Wille Gottes ist, heißt (1. Timotheus 2,4)
"Gott will, dass allen Menschen geholfen wird!"

Auch die Predigt am heutigen Sonntag in meiner Kirche war aufgebaut auf den Vers in der Bibel (Jesaja 42,3; Matthäus 12,20)

"das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen"

...welches aussagt, dass Gott nicht darauf aus ist, zu strafen, wie es von vielen Menschen gerne ausgelegt wird. Sondern dass die Menschen sich an ihn anschließen lassen, damit ihr Leben gelingt.

Gottes Wille ist die Beziehung zu den Menschen. Damit Gott ihm einen guten Weg und ein gutes Gleichgewicht, das Böse mit Gutem überwindend, und lebenswert sein lassen kann. Damit Gott die Gaben geben kann, die man braucht, um schwierige Wegstrecken zu überwinden.

Hier brauche ich jetzt erst einmal die Gedankenbrücke, um zum nächsten Punkt zu kommen. Darum beende ich mal den Salomo und mache demnächst weiter ...  :-D

Samstag, 6. September 2014

Der Sommer geht ...

Jetzt will ich mich mal wieder hier melden. Damit ihr nicht denkt, ich sei verschollen. Oder meint, ich wolle nichts mehr hier schreiben.

Da dies nicht der einzige Platz ist, an dem ich meine Gedanken aufschreiben kann, schaue ich gerne, wo es Themen gibt, von denen ich mich angesprochen fühle.

Parallel zu allen Seiten bin ich ja am meisten auf FB aktiv. - Auch bin ich schon eine Weile wieder in dem allerersten Forum, in dem ich mich mit eingebracht hatte. Wobei ich dort die Themen geändert haben, in denen ich schreibe. Vor ein paar Tagen bin ich dann auch wieder in ein zweites Forum eingestiegen, weil es dort gute Themen gab. Wenn ich dort mehr schreibe, habe ich oft nicht mehr viel Drang, hier auch noch zu schreiben. Weil aber die Leserschaft hier wie dort unterschiedlich ist, will ich doch hier immer mal wieder ein Zeichen setzen, dass ich noch da bin. Denn hier kann nur ich schreiben.In den Communitys aber sind viele zusammen. Und wenn ich dort eine Weile nicht schreibe, merkt das keiner wirklich.

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Die Ferien sind bald vorbei. Ich habe allerdings für diesen Monat noch einmal ein paar Tage Urlaub. Weil meine Tochter zu einer Hochzeit in der alten Heimat , mit dem Auto in den Norden fährt, habe ich nun beschlossen, mich ihr anzuschließen. Das ist zwar die der Ort, an dem ich am Liebsten Urlaub mache. Aber auf diese Weise komme ich mal raus aus meinem Wohnort und kann mich nach ein paar Tagen wieder daran freuen, nach Hause zu kommen in meine eigenen vier Wände. Dort habe ich dann noch ein paar Tage Urlaub und kann mich erholen, bevor in der Kirche wieder die Saison beginnt.

Die Themen, die mich im Moment ansprechen und über die ich rede und schreibe, sind: Heimat, Authentisch sein, Gottes Forderungen an uns, Salomos Gerechtigkeit, Rechtfertigung .... u.v.m.

Ich wünsche allen, die hier reinlesen, ein schönes Wochenende und noch einen sonnigen Restsommer.





Freitag, 29. August 2014

Meine Kirche

Als ich gestern Morgen zur Kirche kam, schien die Sonne sehr schön. Ich habe zuerst ein Foto gemacht, von wo man nur die Spitze des Turmes zwischen den Zweigen sehen kann ...
...und dann fing ich an, ganz rundherum und überall meine Kirche zu fotografieren. Ein paar von den Fotos zeig ich euch jetzt:









Jetzt bin ich mit euch einmal um den Bau gelaufen und dann reingegangen. ;-)

Dienstag, 19. August 2014

Zeiten kommen - Zeiten gehen ....

Mein Sohn schrieb vorhin in unserem Familien-Chat auf dem Handy, dass sie (meine beiden Söhne) heute, vor genau 8 Jahren vom Norden in den Süden gezogen sind. In die Wohnung, die ich schon 6 Wochen vorher bezogen hatte, im Nachbarort von hier. - Und nun wohnen sie schon wieder 2 Jahre in der alten Heimat, im Norden. -

Ich dachte zuerst: Mannoman, wie schnell die Zeit doch vergeht. Kommt es mir doch so vor, als wenn das eben erst war. Aber als ich darüber nachdachte, was inzwischen alles passiert ist, dann ist es wiederum erstaunlich, dass dies alles in solch einer kurzen Zeit enthalten ist.-

Wir sind inzwischen zusammen noch einmal umgezogen, in meinen jetzigen Wohnort - weil ich den Job in der Kirche bekommen habe. Dann bin ich noch zweimal allein in verschiedene Wohnungen, innerhalb des Ortes umgezogen. -

Meine Söhne haben schulische und berufliche Ausbildungen gemacht, jeder in drei verschiedenen Bereichen. Nach der Ausbildung sind sie ohne Job zunächst zu Verwandten wieder zurück in den Heimatort gezogen und der jüngere von Beiden hatte gut eine Woche später schon die Zusage zu einem unbefristeten Arbeitsplatz. Der zweite brauchte eine kleine Anlaufzeit. Hatte  dann aber, gut ein halbes Jahr später auch einen unbefristeten Arbeitsplatz.

Wenn ich bedenke, wie die Lage aussah, als ich den Norden verließ um in den Süden zu ziehen, dann ist es nur erstaunlich, wie alles gelaufen ist. Damals hatten Verwandte schon prophezeit, dass wenigstens der eine Sohn mal "unter der Brücke" landen würde. Und der andere wollte es ihm gleichtun ...

Ich weiß, dass nicht ich es war, die das alles geschafft hat. Das war Gott, der meine Unzulänglichkeiten ausgefüllt hat und die Möglichkeiten geschaffen hat, dass es so lief, wie es gelaufen ist. Und das war das Beste, was uns passieren konnte.

Ich selbst hatte dort oben auch nicht mehr geglaubt, dass ich noch einen Job bekäme. Hatte dort gerade eine Wohnung verloren, die mir fest zugesagt war und stand quasi auf der Straße ... wenn nicht eine Freundin mir freundlicherweise ihr Gästezimmer für die Zwischenzeit angeboten hätte.

Ich hatte dann beschlossen, dass ich in den Süden ziehe -wo ich schon lange hin wollte. Und bevor ich mich auf die Suche machte, wurde mir schon eine Wohnung in Aussicht gestellt ...

Und dann begann die Ära hier im Süden. Ganz anders, als ich mir vorgestellt habe. Aber viel besser.

Meine ganze Bloglandschaft berichtet auch nur aus dieser Zeit. Und das sind bis heute genau vier Blogs. - Ja, daran kann ich auch erkennen, wie viel Unvergängliches in dieser vergangenen Zeit passiert ist.

Ich danke Gott für das alles. Und die Erfahrung, dass es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist, lässt in mir das Vertrauen wachsen, dass auch die restliche Wegstrecke meines Lebens und das meiner Kinder "gut" wird.

Montag, 11. August 2014

Ein schöner Tag.

Meine Tochter hatte am Samstag einen besonderen Geburtstag. Samstag hatte ich in der Kirche zu tun, und sie hat mit ihren Hauskreis-Freunden gefeiert. Wir beide haben dafür gestern ab mittag einen schönen Ausflug gemacht. Nach Nagold. Zuerst haben wir etwas gegessen, zum Mittag. Danach haben wir einen Berg (einen kleinen) bezwungen, um ins Freiluft-Theater auf die Hohennagold zu gehen.-

Das ist eine Burgruine, mit mehreren Schauplatz-Möglichkeiten. So wurde dieses Theaterstück "Hildegard - eine Liebesehe im Mittelalter" auch am Anfang auf wechselnden Plätzen vorgeführt. Das nannte sich "Wandertheater". Aber das ging nur etwa eine halbe Stunde, bis wir dann auf einem Platz mit Sitzgelegenheiten landeten und dort spielte dann der Hauptteil des Schauspiels.

Es ging um die Ehe von Karl dem Großen mit seiner dritten Ehefrau, die ihm 9 Kinder gebar und bei der Geburt des letzten im Alter von 25 Jahren starb. Bei der Hochzeit war sie 13 Jahre alt.

Das Stück war sehr gut gespielt. Man wurde durch die Art und Weise der Vorführung mit in das Geschehen hinein bezogen, konnte sich mit freuen und letztendlich mit trauern.

Abgeschlossen haben wir den Tag mit einem Eisbecher im Ort, nachdem wir den Berg wieder hinab gestiegen sind.

Es sah zwischendurch immer wieder nach Regen aus. Aber der kam dann tatsächlich erst auf der Heimfahrt. Da aber mit vollen Kannen. Wir waren froh, dass wir da im trockenen Auto saßen.

Es war ein schöner Tag!

Sonntag, 3. August 2014

Berührt von Gott

Im Forum tauchen immer mal wieder Fragen auf, wie man Gott hören oder spüren kann und wie man so manche Dinge glauben kann, die man überhaupt nicht nachprüfen kann.  Gottesbegegnungen im alltäglichen Leben sind für viele schwer verständlich. Es ist auch schwer zu beschreiben. Weil es eine Sphäre beschreibt, die außerhalb unserer irdischen Sinne ablaufen.
So habe ich in der letzten Woche wieder einmal um Fragen in diese Richtung ausgetauscht und dabei selbst wieder so manche Gedanken bewegt.
Und nun habe ich heute so etwas wie eine Gottesberührung erfahren. Und zwar eine solche, die nicht einfach ein Wunder zu einem ganz bestimmten Ereignis darstellt, sondern einfach die Zusage Gottes an mich und gleichzeitig Antworten zu manchen Fragen, die ich habe. Äußerlich hat sich nichts geändert. Und trotzdem weiß ich mich berührt und verstanden von Gott, weil er mich gehört hat und darauf eingegangen ist.

Weil da so viel zusammenkam, was alles passte und quasi wie ein Mosaik funktionierte, möchte ich das mal beschreiben. Vielleicht kann so mancher das ja nachvollziehen und Fragende dabei feststellen, wo der Punkt liegt, dass ich etwas erfahre, was manche meinen, nicht erfahren zu können.

Letzte Nacht hatte ich zwischendurch eine Wachphase, in der ich nicht wieder einschlafen konnte. Wie das Nachts oft ist, kamen mir gerade mal wieder die negativen Dinge meines momentanen Lebens ins Gedächtnis. Ich redete, wie ich es seit Jahren gewohnt bin, darüber mit Gott.  Mein momentan größtes Problem ist für mich unverständlich, weil ich da schon oft Hilfe von  Gott erfahren habe, aber jetzt scheint es irgendwie so, als wenn es ihn nicht wirklich interessiert.  Ich habe ihn schon mehrmals gefragt, was ich jetzt falsch mache. Dazu kommt mir natürlich auch die Antwort, dass ich vertrauen kann, wenn ich (noch) nichts von Hilfe sehe. Weil Gott schon zur rechten Zeit eingreifen wird.  Aber ich lebe nunmal in dieser Welt, in der das Problem ein Problem ist. Auch wenn Gott es anders sehen sollte. – Etliche Aber’s habe ich auf Lager. Wobei ich im Gespräch mit Gott auch auf viele der Aber’s eine Antwort habe. Aber trotzdem bleiben immer noch welche übrig…
In der Nacht sieht alles noch etwas dunkler aus, als am Tag. Irgendwann bin ich darüber eingeschlafen.

Wobei natürlich auch am Morgen noch so etwas wie ein „Kater“ nach dem problematischen Nachtgespräch übrig blieb.
Aber schon bei einer kleinen Lesung nach dem Frühstück entstanden gute Gedanken zu einem Thema, das mir auch in der Nacht im Kopf herumgeschwirrt ist.

Nun – heute ist Sonntag. Ich habe Dienst, muss früh hin, Kirche vorbereiten.  Also wird das Ganze erst einmal auf die lange Bank geschoben – verdrängt.

Die Organistin kam auch, wie meistens früher, um die ganzen Lieder und Musikstücke nochmal durchzuproben.  Und da geschah es …
Die Melodie eines Liedes, welches in der Kirche die letzten vier Wochen jeden Sonntag gesungen wurde, berührte mein Herz.
Das ist etwas, was ich schon manchmal erlebt habe. Die letzte Zeit zwar weniger. Aber immer verbunden mit irgendwelchen Botschaften von Gott an mich ganz persönlich.
Ich kann es nicht wirklich beschreiben, was diese Berührung von Gott ausmacht. Es gibt mir ein Gefühl der Freiheit, der Leichtigkeit und des Angenommenseins – und irgendwie mehr, als ich beschreiben kann.
Nun weiß ich, dass man so etwas auch einfach auf die Gemütsverfassung zurückführen kann und es als Gefühlsduselei abtun. Ich denke, genau da liegt aber der Punkt, an dem man verhindern kann, dass Berührungen von Gott nicht mehr wahrgenommen werden können. Ich habe es nun schon , mehrmals erlebt, dass ich es nicht abwehre, sondern zulasse. Und dann merke ich, dass mein Herz offen ist für Gott.

Als nächstes habe ich dann erst einmal bewusst gefragt:  wie war noch der Text des Liedes? – Der beginnt: „Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht“ … und enthält den immer wiederkehrenden Satz: „Gott hört dein Gebet“.  
Ich habe dieses Lied die letzte Zeit öfter mal gehört und auch den Text  für mich bestätigt.  Aber heute war es mir so, wie wenn Gott selbst es mir zusagt.  Es hat mein Herz irgendwie frei gemacht von dem, was die ganzen „Aber’s“ der Nacht so ausgelöst haben.  
Das spielte sich alles noch vor dem Gottesdienst ab. Außer mir war nur die Organistin dort. Ich konnte mich also ganz dem erhebenden Moment widmen. Mein Gespräch mit Gott war anders, als das der Nacht. Und das Lied, das in dem Moment von der Orgel kam sang es in mir, aus erfülltem Herzen mit:“ Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich“
Danach habe ich noch ein bisschen so nebenbei  in die Bücher-Tauschkiste geschaut und ein Buch herausgenommen, geöffnet. Da lag ein 20 Jahre altes Kalenderblatt als Lesezeichen drin. Ich schaute mir das Blatt an und las dort den Text aus der Bibel, aus Markus 9, 2-10. – Diesen Text hatte ich vor ein paar Tagen im Forum zitiert, im Zusammenhang mit einigen neuen Gedanken, welche für manche Christen schon sehr gewagt erscheinen. -  In diesem Moment stand die Zusage Gottes im Zusammenhang mit diesen, meinen Gedanken. Das hat mir die Botschaft  vermittelt, dass ich nicht auf Abwegen bin, wenn ich meine Gedanken so äußere. Nicht, dass sie unbedingt richtig sein müssen. Aber sie können der Gegenwart Gottes nichts anhaben.  Er ist da, so wie er es versprochen hat.
Ich habe diese Momente mit Gott voll in mich eingesogen. Äußerlich hatte sich nichts verändert. Aber in mir schon.

Und dann kam der Gottesdienst. Und die Predigt hat nochmal einen draufgesetzt. Hat außerdem noch Themen angesprochen, die mir in der Nacht so Probleme gemacht hatten.   dass ich rundherum den Eindruck bekam, von Gott umgeben zu sein, geborgen in ihm.

Ich habe versucht, die Predigt hier hochzuladen. Klappt aber irgendwie nicht. Bei Ytb auch nicht, obwohl ich das gleiche Format wie immer genommen habe.





Samstag, 2. August 2014

Jakob (3)

Irgendwann, nachdem die ungeliebte Frau Jakobs schon einige Söhne geboren hatte, wurden Jakob auch noch zwei Söhne von seiner geliebten Frau geboren. Bei der Geburt des zweiten Sohnes starb Rahel dann. Sie wurde unterwegs begraben, auf dem Weg zu Jakobs Heimat.

Sicher hat Jakob später auch seine Frau, Lea geliebt. Auf eine ganz andere Weise als Rahel. Aber die Liebe zu Rahel war wohl etwas ganz Besonderes. Und darum waren auch die beiden Söhne von Rahel für Jakob etwas Besonderes. Er liebte diese mehr als seine anderen Söhne.

Ich denke, das ist menschlich ganz normal. Und es ist ein Familienbild, was immer wieder auftritt, gerade in größeren Familien. Dass es darunter Familienmitglieder gibt, die besonders geliebt sind und andere, die weniger geliebt sind. Oft ist es auch ein Ausdruck davon, dass es mit manchen Menschen schwieriger ist, umzugehen. Oder einfach so, dass sich manche einfach in der Art näher stehen als die anderen. Auch wenn Eltern sich vornehmen, kein Kind zu bevorzugen, bleibt es oft nicht aus, dass sich doch Kinder hinter anderen Kindern zurückgesetzt fühlen. Das sind die Schwachstellen der Familien und sie sind prägend für die Nachkommen der Einzelnen.

Meistens tauchen diese Fehler oder Folgen davon irgendwo im Leben der Kinder wieder auf. Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht auch unter Fehlern seiner Eltern leiden muss. Aber eben nicht nur. Auch die Stärken der Eltern übertragen sich auf die Kinder.

Josef, der ältere der beiden Söhne von Rahel, war solch ein geliebter Sohn, der in dieser Position aber auch die Schwächen zu spüren bekam. Aber nicht nur das. Sondern auch die Zusage, welche damals seinem Vater Jakob unter freiem Himmel von Gott zugesprochen wurde: "Ich werde bei dir sein, wohin du auch gehst", hat Josef, inmitten des tiefen Leides in voller Stärke erlebt. Letztendlich wurde Josef später,, nach vielen Leidenswegen, in eine Position gebracht, wo er alles Leid der Vergangenheit ablegen und letztendlich auch verarbeiten konnte, sich mit seiner Vergangenheit versöhnen konnte. Und sogar seine verlorene Familie, außer seiner Mutter, wieder zurück bekam.

Das Leiden Josefs war auch das Leiden Jakobs. Denn er verlor seinen Sohn - scheinbar für immer. Das hat ihn dazu verleitet, seinen jüngsten Sohn, bei dessen Geburt Rahel gestorben war, zu umhegen und vor allen Gefahren zu schützen.

Aber auch diesen musste Jakob dann schweren Herzens loslassen - um ihn letztendlich wieder neu geschenkt zu bekommen, zusammen mit dem längst tot geglaubten Sohn. Noch zwölf Jahre lang konnte er die gesamte Familie genießen. Er sagte von sich selbst, dass sein Leben erfüllt war mit Höhen und Tiefen ganz besonderer Art.

Aber eines ist immer gleich geblieben und war das sichere Fundament für Jakob: Gott hat ihn nie verlassen. Auch nicht in Zeiten, in denen er Fehler machte. Er war bei ihm in den Höhen und in den tiefsten Tiefen und hat ihn gehalten und geschützt, und seine Kinder mit ihm.


Mittwoch, 30. Juli 2014

Jakob (2)

Jakob kommt, neu gestärkt du die Gottesbegegnung, an dem Ort an, wohin seine Mutter ihn geschickt hat. Und trifft die Frau seines Lebens.

Er ist bereit, für diese Frau lange Zeit zu arbeiten. Sieben Jahre schuftet er ohne sonstigen Lohn, um Rahel heiraten zu können. Und dann wird er selbst betrogen. Auch der Vater der Frau hat eine plausible Erklärung dafür, warum er dem Jakob zuerst die ältere Tochter "unterjubelt". Ich lasse mich jetzt mal nicht über den Vater aus und auch nicht darüber, wie sich wohl Lea, die verschmähte Frau, gefühlt hat. Denn Gott sorgt auch dafür, dass sie ihren Mangel ausgeglichen bekommt. - Hier geht es aber erst einmal um Jakob.

Der ist bereit, für die Frau, die er wirklich wollte, noch einmal sieben Jahre einzusetzen. Früher, im Kindergottesdienst und auch noch in der Jugendzeit wurde dieser Einsatz des Jakob oft als der stärkste Liebesbeweis bewertet. Wenn man schon bereit ist, so viele Jahre für die Frau zu opfern, dann muss es Liebe sein. Dass Gott diesem Paar zunächst einmal den Kindersegen versagt, führt dazu, dass die verschmähte Frau von Jakob weiter beachtet wird - und mit dem vielfachen Kindersegen bedacht wird. Sicher hat Jakob in dieser Zeit auch noch mehr Vorteile bei genau dieser Frau entdeckt. Er wurde dazu animiert, tiefer zu schauen. Jedenfalls wird genau diese Frau später in dem Familiengrab der "Väter" begraben, wo später auch Jakob begraben wurde. Die geliebte Frau, Rahel bekam ihr Grab irgendwo auf dem Weg nach Bethlehem.

Laban, der Vater dieser beiden Frauen, hatte bei diesem Deal hauptsächlich seinen Besitz im Auge. Er sah, dass sich sein Besitz vermehrte und freute sich. Kam aber nicht auf die Idee, der neu gegründeten Familie etwas davon abzugeben. Erst als Jakob ihn darauf ansprach, gab er zögernd nach. Versuchte aber trotzdem, noch einiges von dem, was er Jakob versprochen hatte, auf die Seite zu bringen.

Aber Gott sorgte für Jakob, so wie er es versprochen hatte.
Das Ritual, welches Jakob damit verband, klingt für mich eher nach Hokuspokus. Aber weil Gott mit ihm ist, gelingt sogar diese Aktion. Dass letztendlich Jakobs Herden anwachsen und er ein reicher Mann wird.

Und dann macht er sich mit seiner ganzen Familie auf den Weg, zurück zu seiner Heimat. Der Kampf mit Gott ist ein Punkt, den ich schlecht zuordnen kann. Es gibt etliche Erklärungen dafür. Aber ich belasse es einfach mal dabei, dass es so da steht. Jedenfalls kommt die zeit, wo er seinen Bruder Esau wieder treffen würde. Und obwohl der Kampf mit Gott unterwegs ihn körperlich eingeschränkt wurde (er hinkte seitdem), war er danach offensichtlich stärker. Denn er ging Esau entgegen, obwohl er vielleicht noch  damit rechnete, dass dieser sich rächen würde.

Aber Esau reichte ihm die Hand und schlug ihm sogar vor, mit ihm zusammen zu ziehen, mitsamt eines Hab und Guts. Aber Jakob versöhnte sich mit ihm und zog dann seinen eigenen Weg weiter.

(Fortsetzung folgt)