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Dienstag, 9. Juli 2024

Erinnerungen offen ... (Anmerkungen zum Blog - ggf. mit lfd. Updates)

 Um die Erinnerungen übersichtlich zu behalten, werde ich hier in diesem Blog nur noch Ergänzungen und neue Erinnerungen dazu schreiben.

Zwischendurch hatte ich aber immer mal wieder das Bedürfnis, neue Gedanken schriftlich festzuhalten. 

Darum habe ich für neue Einträge, die nicht zu den Erinnerungen gehören, einen neuen Blog eröffnet. 

Der Link dahin - Ehra's Zeiten - Fortsetzun


Nachtrag: Ich habe jetzt die Möglichkeit entdeckt, dass ich durch eine Änderung des Datums Einträge verschieben kann. Auf diese Weise werde ich diesen Eintrag zur Info auch immer wieder so verschieben, dass er hier am Anfang der Startseite steht.

So kann es also passieren, dass hier Einträge in den Erinnerungen erscheinen, die schon vor einigen Jahren geschrieben wurden (z.T. auch kommentiert wurden). 

Ich werde jedenfalls bei jedem verschobenen Eintrag das Original-Datum in der Überschrift angeben, damit nichts verfälscht wird. Besonders auch, weil am Anfang oft Kommentare drunter stehen.


Die Ära "Erinnerungen" beginnt  Anfang 2023 und ist nun offen, solange ich noch schreiben kann.

Man kann rechts auf die Jahreszahl, dann auf den Monat klicken, um zu den einzelnen Einträgen zu gelangen. 

Unterhalb der Seite kann man über "Neuerer Post" und "Älterer Post" vor- und zurückblättern.

Montag, 8. Juli 2024

Persönliches ....Eintrag vom 06.06.12 über Datumsänderung in die Ära "Erinnerungen" gezogen

Meine Söhne ziehen aus unserer gemeinsamen Wohnung aus, nachdem sie ihre Ausbildung beendet haben.
Das war schon länger so geplant und ist deshalb grundsätzlich okay. Seit Kurzem steht nun aber fest, dass sie demnächst (in 6 Wochen)  wieder in den Norden zurück ziehen.
Auch das war von ihnen irgendwann geplant. Nur dass es jetzt aktuell wird, das ist ziemlich überraschend gekommen, nachdem sie mit ihrem Cousin ausgemacht haben, dort zu wohnen, bis sie einen festen Job haben.

Solche Wendepunkte im Leben bewegen mich immer dazu, Rückschau zu halten.
Alles in Allem kann ich dabei nur feststellen, dass mein (unser) Weg beinahe bilderbuchartig wunderbare Fügungen waren - welche ich persönlich Gott zuschreibe. Ich fasse es hier nochmal in Stichpunkten zusammen.

Angefangen haben diese sichtbaren Fügungen mit meinem Ausstieg aus meiner Ehe. Ich weiß, dass bei diesem Ausspruch etliche christliche Freunde von mir jetzt lauthals protestieren würden. Das hat auch ein (sehr guter) Pastor anders gesehen, der mir am Anfang der schwierigen Phase sehr viel Hilfe und Beistand gegeben hat. Da sagte er nämlich, dass es paradox wäre, von "Führung" zu reden, wenn diese Führung aus einer bestehenden Ehe heraus geschehen würde. Er hatte dies zwar akzeptiert, aber für ihn war ich nun nur von der Gnade Gottes abhängig. Dieser Ausspruch hat mich zunächst in eine tiefe Krise geführt. Bis ich erkannte, durch viele kleine und große Liebesbeweise von Gott, dass genau diese Gnade die einzige Chance aller Menschen ist - und darum ein Privileg und kein Todesurteil.

In jeder Hinsicht habe ich in der Zeit danach immer wieder Hinweise von Gott bekommen, die mir zeigten, dass Gott mich niemals im Stich lassen würde. Er ist da - auch wenn ich manchmal so zugeschüttet bin von Dingen die meinen Blick auf ihn vernebeln wollen. Immer da, wo es gerade so aussah, als wenn alles den Bach herunter geht, dann kam etwas ganz besonders Tolles als Chance auf mich zu, die ich ergreifen konnte.

Krass wurde es, als es zum Umzug aus dem Norden in den Süden von DE ging.
Ich hatte das, wie meine Söhne jetzt umgekehrt, schon länger im Hinterkopf. Aber zunächst wollte ich noch in der Nähe meiner Kinder sein, bis diese selbstständig sein könnten. Die zuerst gut scheinende Chance einer Wohnung wurde mir aber so kurzfristig wieder weggenommen, dass ich buchstäblich das Gefühl hatte den Boden unter den Füßen zu verlieren.  Und das nahm ich dann als Anlass, um mich gleich in Richtung Süden zu orientieren. Das bedeutete in diesem Fall aber ohne die Kinder. Für diese hatte ich aber Möglichkeiten erfragt, beim Arbeitsamt & Co, so dass ich die Hoffnung hatte, dass sie ihren Weg auch ohne mich finden.

Bevor ich mich überhaupt um eine Möglichkeit im Süden kümmern konnte (hatte eine Zeit eingeplant, wo ich bei Freunden aus dem Internet kurze Zeit wohnen könnte) wurde mir auf wundersame Weise schon eine Wohnung angeboten von einer Person, die selbst 6 Jahre vorher aus dem Süden in den Norden gezogen war.
Für den Umzug ergaben sich auch wunderbare Möglichkeiten, indem Menschen, die ich aus der christlichen Gemeinde kannte, mir halfen, mit einem Anhänger am Auto, die nötigsten Dinge ca. 800 km weiter zu befördern.
Ich wohnte dort dann noch nicht einmal 4 Wochen, als sich herausstellte, dass die Möglichkeiten, die meine Kinder haben sollten, durch einen Gesetzesbeschluss hinfällig wurden.  Das bedeutete, dass die beiden Söhne kurzerhand zu mir ziehen mussten. Die Tochter hatte schon eine Ausbildung angefangen, noch ein Stück weiter in den Norden. Glücklicherweise war die Wohnung, die ich hatte, zwar winzig - aber es waren drei Zimmerchen, so dass jeder sein eigenes Zimmer haben konnte - und die Vermieterin nichts dagegen hatte.

Zunächst waren wir alle HartzIV-Empfänger, ohne besondere Aussichten.
Für den Jüngsten, der gerade die Realschule fertig hatte, mußten wir aber eine Stelle in der Berufsschule suchen, weil er noch ein Jahr lang schulpflichtig war - auch wenn es ihm nicht so gefiel. Als wir dann zu dritt in der Berufschule nach Informationen forschten, ergab es sich, dass auch für den Älteren ein Schulplatz gefunden wurde. Diese Schulplätze haben beiden Jungs nicht besonders zugesagt. Aber sie haben ihnen geholfen, einen Start in das Berufsleben zu finden.  Nachdem sie da noch in einen anderen Bereich über die Jahre weg wechselten, haben sie danach auch Beide eine Ausbildungsstelle gefunden, die sie nun gerade erfolgreich abgeschlossen haben.

Ein Jahr später zog meine Tochter dann auch in den Ort, wo wir jetzt wohnen, weil sie sich dann doch für einen anderen Beruf entschieden hat - und jetzt auch einen guten Job darin bekommen hat.

Für mich persönlich ergab sich zunächst ein weiterer 1€Job, den ich mir selbst gesucht hatte, nachdem ich im Norden schon einen bei der christlichen Gemeinde gehabt hatte. Diesmal war er in der Evangelischen Kirche. Und dort waren alle so erfreut, dass ich mich dort voll entfalten konnte. Überall wurde mir Vertrauen entgegen gebracht und ich entdeckte selbst erstmal, wie schön es ist, seine Gaben einzusetzen wo es möglich ist - und dabei neue Gaben zu entdecken.

Über das Arbeitsamt, aber auch durch diesen 1€Job habe ich dann vor 4 Jahren meinen Job als Mesnerin in der Evangelischen Kirche im Nachbarort gefunden. Dafür mussten wir alle dann nochmal umziehen, weil ich kein Autofahrer bin - also keinen Führerschein besitze. Somit musste ich ja vor Ort wohnen, um in Bereitschaft sein zu können. Dieser Job ist auch total schön und hat mir schon viel gegeben, dass ich persönlich und im Glauben wachsen konnte.

Diese jetzige Situation, dass die Jungs wieder in den Norden wollten, war wie gesagt vorauszusehen. Sehr oft haben wir darüber gesprochen. Und ich hatte mir schon so manche Gedanken gemacht, wie ich dann den Umzug in eine neue Wohnung, die ich auch alleine bezahlen kann, schaffen soll, wenn die Jungs Hals über Kopf verschwinden. Und auch da hat sich dann eine Lösung gezeigt, bevor ich meine Sorgen so richtig ausleben konnte. Eine Kollegin meiner Tochter zieht um und vermietet ihre Wohnung mit vielen Möbeln. Diese Wohnung möchte meine Tochter gerne mieten. Und weil mir die jetzige Wohnung meiner Tochter so gut gefällt, hat sie mich gefragt, ob ich nicht einfach ihre jetzige Wohnung übernehmen will, mit Möbeln. Das macht für uns beide den Umzug wesentlich leichter und erspart mir große Suchaktionen.

Da sind wir also nun. Zunächst dachten wir noch, meine Söhne würden dann alleine in dieser Wohnung, die wir jetzt bewohnen, bleiben. Zu Dritt war es etwas eng. Aber zu zweit wäre es okay. Und ihnen war zunächst klar, dass eine Jobsuche im Norden sich von hier aus erstmal schwierig erweisen könnte. Bis dann ein Telefongespräch mit dem Cousin und Freund in ihrem Alter eine völlig neue Perspektive bot: sofort umzuziehen und dort nach Arbeit zu suchen.

Das bedeutet nun zwar, dass wir diese Wohnung hier ganz ausräumen müssen. Und das noch, solange die Beiden hier sind. Sie ziehen nämlich schon im Juli nach Norden, und mein Umzug ist erst Ende August. Also habe ich nun den Sperrmüll für den Juli bestellt. (ist sowieso fast alles Schrott). So dass ich noch ungefähr 6 Wochen in dieser fast ausgeräumten Wohnung alleine wohne. Ist sicher ein ganz anderes Wohngefühl. *g* Aber zumindest ist es so machbar. Bei dem Rest, den ich mitnehmen will, hat meine Tochter mir ihre Hilfe (mit ihren Freunden) zugesagt.

Tja - so hat die Wohnsituation und vieles andere sich für mich wie ein großes Puzzle erwiesen. Irgendwie haben sich die Puzzleteile immer irgendwie passend zusammengefunden. Und ich bin gespannt, was die Zukunft noch bringen wird.

Sonntag, 7. Juli 2024

Erinnerung an Krankenhauszeiten ....Eintrag vom 05.02.2014 über Datumsänderung in die Ära "Erinnerungen" gezogen

Dreimal war ich als Kind im Krankenhaus. Das erste Mal, um den Blinddarm heraus operiert zu bekommen. Da war ich so ungefähr 5 Jahre alt. Ich erinnere mich da an Kinder in meinem Zimmer. Einer von ihnen war geistig behindert. Und mir wurde in der Zeit beigebracht, dass man nicht über dessen komische Grimassen lachen dürfe. Der Junge saß in einem Gitterbett. Er war im Krankenhaus, weil er Verbrennungen am Körper hatte.  - Zu dieser Zeit ging es genau umgekehrt wie es heute gemacht wird, dass man Eltern und Kinder zusammen aufnimmt, wenn möglich. Damals  durfte man als Kind nicht zeigen, dass man Heimweh hatte. Sonst wurde gedroht, dass die Eltern nicht mehr zu Besuch kommen dürfen. Besuchen durfte man damals ohnehin nur zur vorgeschriebenen Besuchszeit. Und in der Kinderstation durften auch nur erwachsene Besucher in die Zimmer. Kinder mussten draußen vor dem Fenster bleiben. Die Besuchszeit war so ungefähr dreimal die Woche, etwa zwei Stunden lang. Eigentlich kam ich zwischendrin ganz gut klar. Aber wenn mich meine Mutter besucht hatte und wieder gehen musste, habe ich regelmäßig geweint. Und erst aufgehört, wenn mir gedroht wurde, dass Mutter sonst nicht mehr kommen dürfe. Zur OP selbst erinnere ich mich noch an die Narkose. Die wurde mit Hilfe einer Maske gegeben, die komisch roch. Ich sollte zählen. Das ging nur ganz langsam. Zwischen den Zahlen musste ich immer einmal ein- und wieder ausatmen. Ich sagte vorher zu dem Arzt, dass ich aber nur bis 13 zählen könne. So zählte ich erst einmal bis 10 und der Arzt sagte, ich solle wieder von vorne anfangen. Da bin ich dann nicht mehr weit gekommen. - Das erste, was ich nach dem Aufwachen bewusst wahrnehmen konnte, war dass ich wieder in dem Zimmer lag, bei den Kindern. Die Kinder erzählten mir nachher, dass es Probleme mit dem Aufwachen gab. Dass man versucht hätte, mich zu wecken und das erst nicht klappte. Ich erinnere mich, dass eine Schwester, die gerade in dem Zimmer war, welche dazu mit ernstem Gesicht nickte. Meine Eltern wussten davon aber nichts. Es war gerade Vorweihnachtszeit und ich wurde für das Weihnachtskrippenspiel mit eingeplant. Das Spiel lief aber erst ein paar Tage nach meiner Entlassung. Und da wollte ich nicht mehr nur für das Spiel zurück ins Krankenhaus, was auch akzeptiert wurde. -

Mit elf Jahren wurde ich dann wegen Rheuma in die Kinderklinik nach Wuppertal-Barmen geschickt. Dort war ich etwa 5 Wochen. Weil es eine Kinderklinik war, gab es dort einiges an Programm und Material für Kinder. Ich habe haufenweise Bücher gelesen. Manche davon ein paarmal, wie z.B. "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Als Kind habe ich oft Bücher, die mir gefielen, am Ende zugeklappt und sofort darauf wieder von vorne angefangen, weil ich mich immer so ganz in die Atmosphäre eintauchte, die das Buch mir gab. Wenn es schön war, bin ich einfach wieder rein in die Traumwelt. - Sonntags kam auch ein "Sonntagschulonkel", der uns Geschichten von Gott erzählen wollte. Zunächst erzählte er Geschichten vom "Kleinen Prinzen" - die ich nicht wirklich verstand. Weil es in einer Geschichte um "Sterne" ging, fragte er danach, wer ein Lied über Sterne kennt. Da kam natürlich der Vorschlag: "Weißt du wieviel Sternlein stehen". Wegen dem Text holte ich mein Sonntagschulliederbuch raus, das ich mit eingepackt hatte. Und das hat dem kommenden Sonntagen eine ganz neue Wendung gegeben. Denn der "Onkel Johannes" merkte auf einmal, dass er in mir eine Unterstützung hatte, bei den Geschichten von Gott. So erzählte er ab dann auch Geschichten aus der Bibel und ich unterstützte ihn dabei. Wir sangen in diesen Stunden auch viel aus meinem Buch. Und weil das den Schwestern so gut zu gefallen schien, haben wir Kinder, welche in dem gleichen Zimmer waren wie ich,  ab dann immer bei der Visite die Ärzte besungen. Am liebsten sangen wir "Gott ist die Liebe", weil ich dabei sogar die Oberstimme singen konnte. Ein Standardlied von mir war auch "Solang mein Jesus lebt", das ich seitdem als "mein" Lebenslied betrachtet habe und mich auch heute noch, wenn ich das Lied höre, in meine Kindheit versetzt fühle. Ich meine, auch dazu kannte ich eine "zweite Stimme", weil wir zu Hause als Familie oft mehrstimmig gesungen haben und auch zu manchen Gemeindeereignissen vorgesungen hatten (aber genau weiß ich das nicht mehr). Auch dort in der Kinderklinik gab es Besuchszeiten, das war zu der Zeit einfach üblich. Für meine Mutter war es immer eine weite Fahrt bis zur Kinderklinik. Aber sie hat mich trotzdem oft dort besucht. -

Das dritte Mal war ich ungefähr 13 Jahre alt. Ich kam wieder wegen Rheuma ins Krankenhaus. Aber dieses Mal wieder ins allgemeine Krankenhaus im Ort. Es war allerdings auch konfessionell, nämlich evangelisch. Es gab in unserem Ort ein Evangelisches und ein Katholisches Krankenhaus. So wie es auch von beiden Konfessionen Schulen gab und ich in die evangelischen Einrichtungen ging.  Dieses Mal war ich drei Wochen dort. Zwischendrin wurden mir die Mandeln noch herausoperiert, weil man mit der Möglichkeit rechnete, dass das Rheuma besser würde danach. Auf der Kinderstation war ganz schön "Hailaif" in der Zeit. Wir waren eine richtige Bande, die auch manchmal in dem Flur herumtollen durften. Ein Junge hatte bei einem Unfall sein halbes Bein verloren. Er gewöhnte sich zwar an eine Prothese dort, aber die meiste Zeit hüpfte er in einem Affenzahn mit uns durch den Flur. Er schien überhaupt nicht behindert in seinem Bewegungsdrang. Zumindest habe ich uns dort alle (wir waren bestimmt 7 oder 8 Kinder) als sehr lebendig und fröhlich in Erinnerung.- Am gleichen Tag wie ich wurden noch zwei Kinder an den Mandeln operiert. Das geschah dort nur mit örtlicher Betäubung, bei vollem Bewusstsein. An die OP erinnere ich mich noch gut. Sie war einfach gräßlich. Weil ich stark geblutet habe danach, wurde hinterher, als ich schon eine Weile im Nebenraum des OP lag, nochmal reingeholt und an beiden Seiten nachgenäht. Da war die örtliche Betäubung auch schon nicht mehr so wirksam und ich habe die Nadelstiche gespürt und geheult, der Arzt hat geschimpft, dass ich aufhören soll .... naja, einfach gräßlich halt.- Das Gute war dabei, dass wir einen Tag danach ganz viel Eis zu essen bekamen. - Auch das war gerade in der Vorweihnachtszeit, wo auch für ein Krippenspiel geprobt wurde. Und weil ich bei dem Krippenspiel  dieses mal wieder mitspielen sollte, habe ich es auch getan. Ich war, wegen meiner langen Haare, diesmal die Maria. Den Josef spielte der Sohn des Kinderarztes, der auch eine Zeitlang mit mir  in einer Schulklasse war. Das fand ich zu der Zeit schon interessant. Dass ich quasi die Ehefrau dieses Jungen spielen sollte. Hat mir gefallen.  Aber den habe ich dann später aus den Augen verloren.

Bis auf die Krankheiten, welche mich überhaupt ins Krankenhaus brachten, gab es dort auch sehr viele gute Erinnerungen. Ich mochte es schon damals, immer mal in anderer Umgebung zu sein. Obwohl ich als Kind dann auch manchmal Heimweh bekam, nach Hause. Das ist aber normal in dem Alter, denke ich. Tapetenwechsel liebe ich bis heute. Wobei die damit verbundenen Umzüge nicht unbedingt mehr zu meinen bevorzugten Erfahrungen gehören.

Sonntag, 30. Juni 2024

Erinnerungen an Auszeiten...Eintrag vom 07.02.2014 über Datumsänderung in die Ära "Erinnerungen" gezogen

Wir waren zu Hause sechs Geschwister. Davon war ich die zweite. Das heißt, wir sind es noch, denn  meine Geschwister leben alle noch. Nur meine Eltern leben nicht mehr.

Weil mein Vater nicht viel verdiente, haben wir oft Geschenke von Leuten aus der Gemeinde bekommen, so wie abgelegte Kleidung und Obst und Gemüse aus den Gärten. Zu der sehr gestrengen Gemeinde gehörten einige Geschäftsleute. Von denen bekamen meine Eltern manchmal Zuschüsse für besondere Aktionen. 

Einmal wurden wir ältesten drei Geschwister mal während der Ferien in ein Kinderheim im Sauerland geschickt. Es hieß "Kinderheim Gut Altenhofen" und war irgendwo mitten im Wald. Das gehörte zum Kreis "Mosbach/Sieg".  Meine ältere Schwester war gerade 11 Jahre alt geworden, ich war 9 Jahre alt und mein Bruder 6 Jahre alt. Die Leiterin dieses Heimes gehörte auch zu einer Gemeinde wie die, welcher meine Eltern angehörten. Sie hatte wohl unser Kommen nicht nur als Geschenk gedacht, sondern auch als Unterstützung bei der Hausarbeit. Meine ältere Schwester musste fast die ganze Zeit in der Küche arbeiten. Ich mußte nur immer mit Geschirr waschen und  wurde nur ab und zu auch zu sonstigen Vorbereitungen dazu bestellt.Dort gab es noch eine Küchenhilfe, die aber auch noch ein Kind war, nur etwas älter als meine Schwester. Die Leiterin hatte ein paar Waisen aufgenommen und ich glaube, die Küchenhilfe gehörte auch dazu. Außerdem waren da noch zwei kleine Jungs, die etwa zwei und drei Jahre alt waren. Ich erinnere mich noch an die Namen der Drei. Die Küchenhilfe hieß "Brunhilde", die kleinen Jungs "Dietmar" und "Heiko". Der kleine Heiko war das Lieblingskind. Abends hat sie mit uns im kleinen Kreis oft eine kleine Abendandacht gemacht. Dabei haben wir auch gesungen und der Kleine mochte so gerne das Lied "Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte".

Ansonsten kamen in das Heim eine ganze Menge Kinder, um Ferien zu erleben. Abends, nach dem Abendessen wurde auf dem Platz zwischen den Häusern ein großer Kreis gebildet, wo sich alle anfassten und ein paar Abendlieder gesungen wurden. Das mochte ich immer besonders gerne. -  Einmal haben mein Bruder und ich uns verlaufen in dem riesengroßen Wald. Wir waren mit einer Kindergruppe und Betreuern unterwegs im Wald. Dort gab es nur Wald drumherum. Die Strassen waren weit weg. Mein Bruder musste dann mal in die Büsche und ich wartete auf ihn. Als er fertig war, war die Gruppe nicht mehr zu sehen. Ich beschloss, dass wir lieber den Weg zurück gehen, als dass wir versuchen, die Gruppe zu finden. Das war ziemlich aufregend. Aber wir haben es geschafft. Die Betreuer der Gruppen hat das wohl garnicht gestört, dass wir verschwunden waren. 

Es gab dort auch einen Teich mit Gänsen. Vor diesen Gänsen hatten wir immer Angst und sind gerannt, wenn die mit langem Hals hinter uns herkamen. - Mein Bruder wurde in der Zeit zum Bettnässer. Und die Leiterin hat meine Schwester und mich regelmäßig beauftragt, meinen Bruder zu verprügeln dafür. Er tat uns beiden aber leid und wir haben es nur so weit getan, wie es nötig war, wenn sie zuschaute.  

Wir waren ungefähr 6 Wochen dort in diesem Heim. In der Zeit wurde zu Hause das 5. Kind meiner Eltern geboren. Und so ging die Arbeit zu Hause weiter. Wobei meine Schwester immer die am meisten benachteiligte war. -

Als ich elf Jahre alt war, wurden meine Schwester und ich noch einmal in ein Heim geschickt. Das war dann in der französischen Schweiz, in der Nähe von Lausanne. Das Heim lag in einem Dorf, das "Ballaigues" hieß. Das Haus hatte auch einen Namen, "Jura Rosaly". 

Da es während der Schulzeit war, hatten wir täglich 2 Stunden Schule dort. Und auch immer etwas Hausaufgaben auf. Dort wurden wir so wie die anderen Kinder behandelt. Die Heime waren von einem Christen geführt, der gerne auch mittellose Familien auf diese Weise entlastet hat. Er hieß "Joan Andrae". Wir wurden altersmäßig in Gruppen eingeteilt. So dass meine Schwester und ich in verschiedene Gruppen kamen. In ihrer Gruppe war die Ältesten und meine die Zweitältesten. Es waren so ungefähr fünf oder sechs Gruppen, die sich zum Essen immer im Speisesaal trafen. Wobei immer eine Gruppe zusammen um einen großen Tisch saßen. Es gab dort immer gutes Brot, das man gerne auch ohne alles essen konnte. Nachmittags wurden meistens Spaziergänge gemacht und Brot mit für jedes Kind einen Riegel Schokolade mitgenommen. Ich habe mich gewundert, wie gut das zusammen schmeckte. - Aber die erste Hälfte der Zeit habe ich abgenommen. Das wurde zur Halbzeit und am Ende geprüft. Das Zunehmen galt damals als positiv. Und darum wurde nach dem ersten Wiegen darauf geachtet, dass ich genug aß. Am Ende hatte ich dann auch etwas zugenommen. Da gab es zum Frühstück melasse aufs Brot, was ich vorher garnicht kannte. Ab und zu auch einfach nur Schokoladen-Schlagsahne. Da stand dann eine große Schüssel mit Schokosahne auf dem Tisch und man konnte sich ausgiebig bedienen. 

Es war im Winter, als dort überall Schnee lag. Auf den Wiesen, zwischen denen wir oft spazieren gingen, standen noch Obstbäume. Manche halbgefrorene Äpfel und Birnen lagen dort herum. Die haben wir manchmal aufgehoben und gegessen. Ich mochte sie, so halb gefroren und fand, dass sie einen interessanten Geschmack hatten. 

Wir hatten während der Zeit auch immer Kindergottesdienst. Dazu bekamen wir ein Schulheft, das wir mit den Themen vollschreiben sollten. Zu jedem Thema sollten wir etwas schreiben. Und wenn uns nichts selbst einfiel, dann durften wir von Vorlagen abschreiben. Am Ende wurden die Hefte benotet  und man bekam Preise. Dort habe ich meine erste eigene Bibel bekommen und war sehr stolz darauf. 

Freitag, 28. Juni 2024

Erinnerungen zu Sechs Wochen Kinderkur ca. 1956 ...Eintrag vom 04.02.2014 über Datumsänderung in die Ära "Erinnerungen" gezogen

Diese Geschichte habe ich schon einmal in meinem ersten Blog veröffentlicht (welcher inzwischen mit der Website "myblog" verschollen ist). Gerade, im Zuge der Erinnerungen, kopiere ich sie hier nochmal rein:

Als ich 5 Jahre alt war, wurde ich mal für 6 Wochen zur Kur geschickt, in ein Kinderheim.  Es ist komisch, an wie viele Dinge man sich erinnert - und solche, die man vergißt. Das woran ich mich noch erinnere, schildere ich hier mal.

Ich wurde nicht darauf vorbereitet, dass ich dort hin muss. Meine Mutter hielt es für besser, wenn es überraschend kommt. (ein Punkt, den sie später als "falsch" bekannt hat). So wurde ich zum Bahnhof gebracht, zu einer kleinen Gruppe von Kindern mit Betreuer in den Zug gesetzt, und ab ging's.

Die Zeit dort war schlimm. Es ging dort zu, wie beim Militär. Schläge gab es auch, aber das war ich von zu Hause gewohnt. Mittagsschlaf war Pflicht. Dann wurden wir ins Bett gepackt und hatten mucksmäuschenstill zu sein. Die Türen der Zimmer standen offen, und Betreuer waren auf den Fluren. Wenn nur ein Bett knarrte, wurde schon gemeckert. Am Besten war es, sich garnicht zu bewegen. - Die Krankenstation dort war auch immer besetzt. Komischerweise hatten ganz viele Kinder zwischendurch einen Furunkel im Gesicht - ich auch. Dann wurde ich ins Bett gepackt, und hatte dort zu ruhen - mehrere Tage. Da der Furunkel am Mund saß, bekam man das "Essen" in einer Schnabeltasse gereicht. - Irgendeine Grippe hatte ich auch zwischendurch, daran erinnere ich mich noch, dass ein großer Junge auch im Zimmer war und lauter Unsinn redete. Schwitzpackungen bekam man dann - das war früher schon üblich, kannte ich von zu Hause. - Ein ganz einschneidender Punkt war das "Klogehen" - das war nämlich auch "eingeteilt. Klar, man konnte auch mal zwischendurch müssen - aber das habe ich irgendwie nicht so auf die Reihe gekriegt, weil ich gewohnt war, mich Ordnungen zu unterwerfen. So war nach jedem Essen offiziell Klogang angesagt. Wir standen in Reihen vor dem Klo, und wer wusste, dass er auch "was Größeres" musste, der bekam ein Stück Klopapier in die Hand. Mein Problem war, dass ich vorher nicht sagen konnte, ob ich es brauchte. Also konnte ich mich ja auch nicht melden. Wenn ich dann merkte, dass es trotzdem "kam", unterdrückte ich es. Und weil ich mich nicht traute, es zwischendurch zu melden, passierte es dann, dass "es" in der Hose landete. - Aber damit war die Geschichte nicht zu Ende. Denn ich traute mich ja auch nicht, das zu melden. Also versuchte ich immer, beim An- und Ausziehen, hilflos zu tun, damit man mir half, und "es" entdeckt wurde. So habe ich "es" manchmal längere Zeit mit mir herumgetragen. - Einmal, als wir uns alle für ein "Solebad" fertig machen sollten, hatte ich solch ein beschmutzes Hemd an. Als ich es wieder anzog, sagte ein Mädel "einmal tut sie die Kacke nach vorne und einmal nach hinten" - Ich weiß nicht mehr, ob es dann, oder erst später entdeckt wurde. - Das Essen war auch ein Punkt, der in meiner Erinnerung ist. Aber nur das eine, was es komischerweise öfter gab. Das war Makaroni in roter Soße - mit Backobst. Das war so eklig für mich, und viele Kinder mochten das nicht. Aber wir wurden gezwungen, wenigstens einen Teller voll zu essen. Ich habe mir dann eine "Lösung" ausgedacht. Dabei habe ich die Makaronis einfach unzerkaut runtergeschlungen, um den Geschmack nicht zu spüren. Der Erfolg war, dass alles wieder retour kam. Und dann durfte ich vom Tisch aufstehen. Doch, etwas habe ich auch in positiver Erinnerung: das Käsebrot, das es manchmal zum Frühstück gab. Der Käse hatte einen ganz besonderen Geschmack, der mir in Erinnerung blieb. Ich habe später nach diesem Geschmack gesucht und ihn im Cheddar-Käse gefunden. Den mag ich noch heute sehr gerne und wenn ich ihn esse, dann erinnere ich mich ...

Ich habe mir später oft Gedanken gemacht, wieso ich so unfähig war, mitzuteilen, was ich brauchte. Oder warum ich nicht z.B. so schlau war, immer das Klopapier zu nehmen. Ich war eben "Ordnung" gewöhnt, wozu der "Kadavergehorsam" gehörte. Aber als Kind denkt man eben einfach. -

 Ich weiß auch noch, wie ich meiner Mutter entgegen "geflogen" bin, als sie mich vom Zug abholte. Ich durfte im Bus auf ihrem Schoß sitzen und bekam getrocknete Bananen zu essen. Getrocknete Bananen gehören auch zu meinen bevorzugten Speisen, bei denen ich mich erinnere.

Irgendwie war mir in dem Moment, wo ich meine Mutter wiedersah,  erst bewusst geworden, dass ich weggewesen war. Es war so ähnlich, als wenn in der Zwischenzeit ein Film gelaufen wäre, in dem ich Zuschauer war. Oder so, als wenn ich etwas ausgeblendet hätte und auf einmal das Licht wieder anging.

Hier habe ich noch ein Foto von der Zeit: