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Freitag, 12. Juli 2013

Erinnerungen

Dass wir ein paar Tage die "Kieler Woche" in Kiel als Ziel im Urlaub hatten, hat auch einen Bezug zu unserer Familie. Meine Mutter war gebürtige Kielerin und geheiratet haben meine Eltern auch dort. Meine ältere Schwester ist noch dort geboren. Mir wurde gesagt, dass sie einen Monat vor meiner Geburt erst nach Mettmann gezogen sind, der dann mein Geburtsort wurde. Also, irgendwelche Wurzeln sind von uns auch dort ganz weit oben im Norden Deutschlands. Und als wir noch Kinder waren, gab es fast nur das einzige Urlaubsziel für uns als Familie: Kiel, weil dort auch die Großeltern wohnten.

Heute Morgen habe ich so sinniert über eine Zeit, als ich für ein paar Monate mal ganz bei meiner Oma gewohnt habe und auch dort zur Schule ging.Ich hatte dort zwei Freundinnen. Eine war jünger als ich und wohnte in der Wohnung direkt unter der Wohnung meiner Oma. Die andere war eine Klassenkollegin die, genauso wie ich, nicht so affektiert bei den Mädels am Schulhof nur über Mode und Jungs reden wollte, sondern einfach gerne gespielt haben.

Interessant war, dass beide Freundinnen einen Vater bei der Polizei hatten. Was bei mir immer einen großen Respekt hervorgerufen hat. Es war beinahe eine Angst davor. Denn für mich war die Polizei Leute, die Jagd auf arme Sünder machen - deren ich ja auch einer war, wie mir zu Hause immer wieder bestätigt wurde. Der Spruch: "Polizei ist dein Freund und Helfer" kam erst später auf.

Ich erinnere mich noch gut an meine erste bewusste Begegnung mit einem Polizisten. Da war ich noch recht klein. Wir waren mit unserer Mutter zum einkaufen gegangen und wurden aufgefordert, vor dem Geschäft auf sie zu warten. Die Begrenzung des Fußwegs zur Straße bestand aus einem Geländer, das so ähnlich aussah, wie die Turnstangen auf dem Spielplatz. Also vertrieben meine Schwester und ich ihre Zeit damit, an dem Geländer herumzuturnen. Da kam ein Polizist vorbei und fauchte uns an: "Soll ich euch einsperren?" Erschrocken fragte ich meine Schwester, wer das denn sei. Sie sagte: "Das war die Polizei." So wurde mein Bild von der Polizei geprägt.

Ich erinnere mich weiter, dass einmal, das war noch im ersten Schuljahr, ich von der Schule nach Hause gehen wollte und von ferne an der Straße, die ich gehen musste, einen Polizisten sah, wie er mit einem Motorradfahrer verhandelte und etwas aufschrieb. Ich bin erschrocken wieder zurück gelaufen und habe lange Zeit kurz vor der Schule mit einem bekannten Jungen zusammen überlegt, wie ich nun unbesehen nach Hause kommen soll. Bis er nach einer Weile meinte, dass vielleicht inzwischen der Polizist schon weg sei, ich solle mal nachschauen. Da war die Straße frei und ich konnte nach Hause gehen. Zu Hause wurde ich zwar aufgeklärt, dass der Polizist mir nichts getan hätte, wenn ich vorbei gegangen wäre. Aber überzeugt war ich nicht unbedingt.

Manche Dinge aus der Kindheit sind tief drinnen in einem Menschen. Und sie prägen das Verhalten,so dass es selbstverständlich erscheint. Es bedeutet einiges an Arbeit, um alte Muster und falsche Informationen als solche zu erkennen und abzulegen. Oft bleibt aber ein kleiner Kern immer noch da. Das sind dann die Dinge, die meine Welt und meine Erfahrungen ausmachen.

Früher wurde mir auch Gott so ähnlich dargestellt wie die Polizei - oder wie ich die Polizei wahrnahm. So als wenn er nur danach suchte, Sünder auszumachen und diese zu verurteilen. Es hat lange gedauert, bis ich durch eigene Erfahrungen mit Gott feststellte, dass Gott viel mehr ist und hauptsächlich in der Liebe erkennbar ist für die Menschen. Das Polizeibild von Gott, das ist menschlich geprägt. Ähnlich wie meines von der Polizei, als ich noch Kind war.

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