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Dienstag, 28. Februar 2017

Streben zur Vollkommenheit

Aus meiner Kindheit in meinem Elternhaus kenne ich sehr viele christliche Lieder. Wir haben nur solche Lieder gehört. Dafür diese über Schallplatten dann auch immer wieder  rauf und runter abgespielt - und teilweise mitgesungen. Das hat dazu geführt, dass ich auch jetzt noch ständig Melodien daraus leise vor mich hin summe. (Meine Tochter fand das manchmal schon peinlich, wenn ich mal mit ihr zusammen unterwegs war).

Wenn mich dann so eine Melodie den Tag über wiederholt begleitet, fange ich oft irgendwann einmal an, darüber nachzudenken, was ich da überhaupt singe. Ich versuche mich zu erinnern, welcher Text zu der gerade gesungenen Melodie gehört. Und nicht selten bewegt genau dieser Text mich dazu, darüber nachzudenken, was er mit meiner momentanen Lebenssituation zu tun hat. Besonders in meinen jungen Jahren hat (meinem Empfinden nach) Gott auf diese Weise mir Antworten gegeben, auf Fragen, die mich gerade bewegten.

Heute fiel mir beim Nachdenken darüber auf, dass sehr viele Lieder Bitten an Gott ausdrücken, welche den Wunsch zur Vollkommenheit äußern. Und tatsächlich gingen die Lehren in meiner Jugend auch in diese Richtung, dass das Streben zur Vollkommenheit wiederum näher zu Gott bringen sollte. Oder anders herum ausgedrückt, dass die Verbindung im Gebet zu Gott dazu führen würde, dass man immer näher dran käme, an die erwünschte Vollkommenheit. Sprüche, wie zB  "Jesus ähnlich werden", klangen immer sehr überzeugend und unantastbar edel.

Wenn ich dazu dann in den biblischen Äußerungen, die Gott oder Jesus gesagt haben, nachforsche, dann denke ich allerdings, dass dies überhaupt nicht das Ziel ist, das wir Menschen anstreben müssen. Als Gott den Menschen erschuf, hat er sehr wohl gewusst, dass Menschen niemals vollkommen sein können - und ich denke, das ist genau so gewollt. Allerdings kann ich in den biblischen Geschichten erkennen, dass Gott den Mangel an Vollkommenheit ausgefüllt hat - immer genauso, dass ein gutes Ergebnis dabei heraus kam. Oft nicht mal so, wie der jeweilige Mensch es sich gerade gewünscht hat. Aber immer so, dass das Ergebnis, zumindest im Rückblick, vollkommen erscheint.

Ich denke, es ist von Gott genau so gewollt, dass Menschen unvollkommen sind. Damit ihnen immer bewusst bleibt, dass das Leben am besten dann gelingt, wenn man mit Gott in Verbindung bleibt. Je länger das geschieht, desto selbstverständlicher wird es in dieser Beziehung von Mensch <-> Gott, die Antwort und Hilfe auf Lebensfragen genau hier zu suchen: bei Gott direkt. Wo der Fokus auf Gott gerichtet ist, da wird Gott handeln. Und genau das ist der Punkt, wo man in dieser Beziehung die Geborgenheit erfahren kann, die es nur darin gibt.

Dabei geht es nicht darum, für alle Welt die perfekten Antworten parat zu haben, sondern darum, dass man die Vollkommenheit in Gott allein findet und spürt, dass man daran teilhaben kann, insofern man in der direkten Verbindung zu ihm bleibt.

Jesus hat das auch sehr anschaulich und treffend in Johannes Kapitel 15, in den ersten zehn Versen ausgedrückt. Frei zitiert und zusammengefasst in der Aussage: "Bleibt in mir, so bleibe ich in euch ... denn ohne mich könnt ihr nichts tun" - für mich die Schlüssel-Aussage für Menschen, die auf dem Weg mit Gott sind. Nicht ist so aussagekräftig, wie gerade diese Beschreibung der Beziehung eines Menschen zu Gott, bei der man von dessen Vollkommenheit profitieren kann.

Menschen müssen weder vor Gott noch vor Menschen vollkommen (perfekt) sein. Auch Christen sind da nicht ausgenommen. Und manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als wenn gerade dieses Streben nach Vollkommenheit (oder nicht zu sündigen) der direkten Beziehung zu Gott im Wege steht. Man hat dabei zu sehr den Blick auf sich selbst gerichtet, und daran scheitert man unweigerlich. Das führt dann dazu, dass die Unvollkommenheit und die eigenen Grenzen immer größer erscheinen und irgendwann unüberwindlich werden. Dabei hat Gott seinen Menschen in der Bibel immer wieder die Botschaft vermittelt: "Kommt her zu MIR" - "Kehrt um von eurem Weg, der weg von mir führt - zu mir zurück" Genau das ist der Weg, der Licht Vollkommenheit auch in unser begrenztes Weltbild hinein scheinen lässt. Eigentlich total entspannt, weil der Anspruch nur lautet, dass wir unser Leben leben, wie wir sind - aber MIT Gott.

Jesus sagt dazu auch: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes .... und alles andere wird euch zufallen" - himmlischer Zufall also - aus dem Reich dessen, der die Vollkommenheit ist.



Dienstag, 7. Februar 2017

Was das Herz wünscht ...

In einem Büchlein, das ich vor ungefähr fünfzehn noch vom Oncken-Verlag gekauft hatte, sind für jeden Tag drei Bibelverse für ein ganzes Jahr eingetragen. Ich benutze dieses Büchlein zwar nicht regelmäßig, aber es liegt im Wohnzimmertisch bereit, so dass ich es immer mal wieder hervorhole, um über den jeweiligen Bibelvers des Tages nachzudenken. So auch heute. Und heute stand am Anfang der Vers: "Habe deine Lust am Herrn und er wird dir geben, was dein Herz wünscht", aus Psalm 37,36.

Mein Herz hat immer Wünsche. Manchmal finde sogar ich selbst mein Herz unverschämt. Weil ich eigentlich alles habe, was ich zum Leben brauche. Sogar noch viel mehr, als ich brauche. Und immer noch empfinde ich an vielen Stellen Mangel. Ich denke, das beinhaltet das Menschsein einfach. Vielleicht hat das etwas mit der "Ewigkeit" zu tun, , die Gott, nach dem biblischen Buch "Prediger" (Kohelet) in Prediger 3,11 ins Herz der Menschen gelegt hat. Dass der empfundene Mangel eigentlich nur die Sehnsucht nach der Nähe zu Gott beinhaltet.

Aber bekomme ich wirklich alles, was mein Herz wünscht? Was bedeutet eigentlich, die "Lust am Herrn" zu haben? Es ist natürlich leicht zu sagen, wenn man nicht das bekommt, was man sich wünscht, dass man dann eben nicht "die Lust am Herrn hatte". Quasi als Belohnung, dass du deine Lust am Herrn hast, bekommst du dann das, was du dir gerade wünscht?

Jemand hat mir mal bei einer ähnlichen Frage gesagt: "Es kommt nicht so sehr darauf an, dass du alles richtig machst, sondern dass du mit aufrichtigem Herzen zu Gott kommst". Und dieses Prinzip habe ich dann tatsächlich auch mehrfach in der Bibel gefunden. Besonders auch bei dem Propheten Elia, über den ich auch in meinen Blogs  (den Link hinter diesem Text anklicken, dann findest du die Beiträge in der Suchfunktion dieses Blogs) immer mal wieder meine Gedanken aufgeschrieben habe.

In vielen Beispielen von Begegnungen mit Gott zu den Menschen wird es deutlich, dass die Wünsche des Herzens gesteuert werden können, wenn dabei Gott an erster Stelle steht. Und das Schöne an der Sache ist, dass Gott sogar dann den Mangel an meiner "Lust am Herrn" ausgleicht, wenn meine Wünsche sehr viel menschliches enthalten.

In meiner jetzigen Situation merke ich, dass ich mich manchmal in meinen Wünschen verliere. Aber weil ich schon sehr lange mit Gott lebe und eine vertraute Beziehung zu ihm habe, suche ich in diesem Sumpf von Wünschen immer wieder nach Gott. Weil mir ohne ihn noch viel mehr fehlt, als in meinen irdischen Wünschen. Und besonders an dieser Stelle erfahre ich zuerst die Erfüllung. Wenn dann Gott mich und mein Bewusstsein erfüllt, sind viele Wünsche nicht mehr so wichtig. Und trotzdem erfüllt er mir noch etliche der ganz und gar irdischen Wünsche. Interessant finde ich dabei, dass in solchen Zeiten die Erfüllung meiner Wünsche meinem Herzen eine ganz andere Botschaft senden, als die Erfüllung des eigentlichen Mangels, der die Wünsche ausgelöst hat. Denn besonders deutliche Gebetserhörungen signalisieren mir meistens etwas ganz anderes, als das Füllen eines irdischen Mangels. Viel mehr zeigen sie mir immer wieder, dass Gott mit mir ist und mir mehr gibt, als ich brauche. Und dass die vielen Wünsche nicht wirklich wichtig sind und deren Erfüllung mich glücklich machen.

Jesus hat es übrigens ähnlich ausgedrückt wie der Psalmdichter: "Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit. Dann wird euch alles andere zufallen" (frei zitiert nach Matthäus 6,33)