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Donnerstag, 6. April 2017

Mein Gott, Dein Gott ... welcher ist der Richtige?

In dem Forum, in welchem ich gerade mal wieder ein bisschen aktiv bin, gibt es derzeit eine Herausforderung durch einen User, der behauptet, er habe den richtigen Gott gefunden - was alle anderen Gottesbilder (die er wohl auch mal hatte) als falsch darstellt.

Soweit sogut .... er fühlt sich aber nun gedrängt, allen Gläubigen das auch sagen zu müssen. Und das meistens in ziemlich abwertender Weise. Da kann man fast die gleichen Aussagen benutzen, die er selbst zu seinem Glaubensbekenntnis benutzt - er sieht sich beauftragt, das alles niederzureden und aufzufordern, dass man seinen Gott suchen soll - auf genau die gleiche Weise, wie er es getan hat.

Da ich selbst einen starken Wandel in Bezug auf Glaubensfragen erlebt habe, könnte ich mir vorstellen, dass er tatsächlich eine Gottesbegegnung gehabt hat. Das Problem dabei ist nur, dass seine Wahrnehmung der Dinge, an die er NICHT mehr glauben kann, offensichtlich überwiegt. So sehr, dass er gar nicht auf die Idee kommt, dass die Veränderung bei ihm selbst liegt. Dass es nicht daran liegt, dass der Gott falsch war, den er hatte, sondern die eigene Wahrnehmung und Interpretation der Signale, die er von Gott bekommen hat.

Irgendwann, vor etlichen Jahren war ich auch mal an einem ähnlichen Punkt. Im ersten Moment war ich erschüttert über die ganzen "Kartenhäuser", die plötzlich zusammenfielen. Nachdem ich mich von dem Schock erholt habe, habe ich mich gefragt, was mir jetzt überhaupt noch bleibt. Es gab zu der Zeit schon viele Jahre, die ich mit Gott zusammen lebte und auch etliche Impulse von Gott erlebt habe - die  für mich unzweifelhaft von Gott waren. Die ganzen einschneidenden Erfahrungen habe ich gegen das quasi aufgerechnet, was ich jetzt als falsche Wahrnehmung beurteile. Und dabei wurde mir bewusst, dass es immer der gleiche Gott war und ist, der sich um mich kümmert und zu mir redet.

Gott benutzte damals eben die "Sprache", die ich zu dem Zeitpunkt verstanden habe. Und er traf mich auf dem Weg, auf dem ich mich gerade befand. ER hat nie gefordert, dass ich mich bemühe, seine Gedanken zu verstehen. Sondern mir klargemacht, dass ich ihm einfach nur vertrauen kann, dass er bei mir bleibt und mir das gibt, was ich gerade nötig habe - an Gedanken über und von ihm und an Ausrüstung für mein persönliches Leben.

Seitdem stellt sich für mich nicht mehr die Frage: ist der Gott, den ich habe, der Richtige - oder ist der Andere, der etwas anderes behauptet, richtiger (?) Ich frage mich nur noch: bin ich noch nah dran an Gott (er ist ja ohnehin da) und habe ich meine Augen, mein Herz auf ihn gerichtet (?)

Ich denke und beobachte schon über Jahre hinweg, dass genau da, wo man sich in Bezug auf die "Wahrheit über Gott" auf Satzungen und Regeln festlegt, Glaube langsam aber sicher starr und leblos wird. Lebendig erlebe ich auch Gemeinschaften, die sich ihrer Unzulänglichkeit bewusst sind - aber im Vertrauen, dass Gott alles in seiner Hand hat, vorwärts geht, auf dem Weg, den sie gerade als den richtigen für sich selbst erkennen. Sehr oft gibt es dann aber irgendwann Leitungspersönlichkeiten, die dann alles in Satzungen nach und nach zumauern. Das bedeutet, soweit ich es beobachte, IMMER langsames Sterben der Gemeinschaft. Und ich habe sehr viele verschiedene Gemeinschaften erlebt, in meinem Leben, schon dadurch, dass ich so viele Male umgezogen bin in neue Wohnorte.

Mein Fazit in diesem ganzen Thema ist: "Richtig ist da, wo ich mein Herz auf Gott gerichtet habe. Er macht immer etwas Gutes draus."

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