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Mittwoch, 23. Dezember 2015

Fröhliche Weihnachten wünsche ich Euch!

Ich wünsche Euch allen, die hier vorbeisegeln oder -surfen, ein schönes und friedliches Weihnachtsfest.
Dieses Video habe ich schon vor zwei Jahren an meine Weihnachtsgrüße angehängt. Ich mag es immer noch sehr. Und darum hänge ich den Link wieder hier an.

https://www.youtube.com/watch?v=x-WvZ2KzMRk#t=646

(das Video hat vier Lieder. Ich habe den Link auf die letzten beiden gesetzt)

Dienstag, 10. November 2015

Krankheitszeiten

Die ersten sechs Jahre in meinem Job bin ich nie krank geworden. Jedenfalls nie so, dass ich nicht gearbeitet habe. Dieses Jahr ist es nun schon das zweite Mal, dass ich krank geschrieben bin. Ich merke, dass ich an meine Grenzen komme. Besser gesagt, darüber hinweg. Naja - nur noch siebeneinhalb Monate, bis zur Rente. Und weil ich meinen Urlaub ganz nach hinten verschieben darf, schon einen Monat früher. Also, habe ich noch ein gutes halbes Jahr.

Dass ich dieses Mal sogar in der Nacht selbst den Notarzt rufen musste, habe ich mir auch niemals träumen lassen. Irgendwie habe ich immer versucht, mich selbst durchzubringen. Ist mir bis vor Kurzem auch einigermaßen gelungen. Aber jetzt scheint es vorbei zu sein.

Ich hatte Herz-Rhytmusstörungen, genauer gesagt: Vorhofflimmern, einer starken Sorte. Ein wenig kannte ich das schon. Bisher konnte ich mich immer abreagieren und irgendwann hat sich das gelegt. Dieses Mal war es anders. Mein Herz raste (Pulsschlag 156) ich hatte Luftnot und fühlte mich sehr alleine. Zumal meine Tochter, die im gleichen Ort wohnt wie ich, auch gerade etwa 700 km weiter weg, bei ihren Brüdern zu Besuch war.

Nachdem ich fast zwei Stunden lang in meiner Wohnung auf und ab gelaufen bin, in der Hoffnung, dass sich das irgendwie alleine legt, musste ich feststellen, dass es so nicht funktioniert. Wenn ich mich setzen wollte, hatte ich das Gefühl, wegzuknicken. Also fasste ich mir endlich ein Herz und rief die 112 an. Ich sah von meiner Wohnung aus den Krankenwagen kommen. Er fand den Eingang nicht (geht eine lange Treppe den Abhang rauf) und fuhr vier Mal daran vorbei. Ich musste dann noch auf den Balkon mit einer Lampe, mit der ich Lichtsignale sandte. Dann haben sie mich gefunden. War alles aufregend und hat mir erst richtig gezeigt, wie es ist, alleine zu sein.

Daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern. Obwohl ich ja die Absicht habe, nächstes Jahr, zum Rentenantritt, wieder in eine andere Wohnung zu ziehen (welche ich hoffentlich noch finde) in meinem Geburtsort, in die Nähe meiner Ursprungsfamilie. Das sind eine ganze Menge Menschen dort. Aber natürlich jede Familie in ihrer eigenen Wohnung.

Nun - jetzt muss ich erst einmal sehen, wie ich meine jetzige Lage in den Griff bekomme. Die Medikamente, welche ich nehmen muss, sind sehr gewöhnungsbedürftig. Zumal sie den Kreislauf runter drücken - und damit auch zum Teil meine Stimmung.  Die Nächte sind für mich im Moment auch weniger erfreulich, da sie mich immer mal mit weiteren (viel schwächeren) Attakken heimsuchen. Aber in mir noch zu schnell eine Art Panik wächst, in Erinnerung an jene Nacht.

Meine Tochter ist übrigens an dem selben Tag noch  nach Hause zurück gefahren. Sie besucht mich öfter und fragt mich zwischendurch nach meinem Ergehen und was sie tun könne. Dafür bin ich ihr sehr dankbar! Langsam fange ich an zu begreifen, warum so viele ältere Menschen dauernd über ihre Krankheiten reden. Das sind Situationen, die einen überrollen können und irgendwie dann ganz groß zu werden scheinen. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Ich hoffe, dass diese Phase bald vorbei ist.

Mittwoch, 9. September 2015

"Alles ist eitel und ein Haschen nach Wind ..."

... ist ebenfalls eine Passage aus dem biblischen Buch des "Prediger". Ebenso wie das Motto dieses Blogs ""alles hat seine Zeit".  Mir scheint, dieses Buch mit seinen Kernaussagen sei auch das Motto meiner Lebensphase, hier in diesem Ort, in diesem Job, in dieser Zeit.

"Alles hat seine Zeit" habe ich hier schon mehrmals kommentiert und im Zusammenhang mit meinem Leben gebracht. Es war ein Auf und Ab der "Gezeiten". Wobei ich insgesamt immer wieder den Eindruck gewinnen konnte, dass die Strecken aufwärts meine Zeit besonders prägten. Die "Abwärts-Zeiten" waren zwar oft nicht angenehm, aber dienten letztendlich immer wieder dem Antrieb "nach oben".

Für mich ist es im momentanen Rückblick klar, dass Gott es war und auch jetzt noch ist, welcher seine "ewigen Arme" (nach 5. Mose 33,27) ausstreckte, wenn ich den Eindruck hatte, in den Abgrund zu fallen. Und aus dieser Erfahrung heraus auch wieder den Antrieb "nach oben" gegeben hat.

Dankbar bin ich meinem Gott, dass er mich bis hierher begleitet hat - überall, auf allen meinen Wegen. Gerne mag ich das dann auch anderen Menschen mitteilen. Um zu zeigen, wie nahe Gott uns Menschen sein kann und meiner Meinung auch sein will.

Was die Menschen angeht, habe ich auch überwältigende Liebe und Freude erlebt. Aber auch andere Zeiten. So dass mich ebenfalls ein untergeordneter Leitgedanke prägte: " Es ist besser, auf den Herrn zu vertrauen, als sich auf Menschen zu verlassen". (nach Psalm 118,8). Ich erfahre, dass auch dieser Vers mein Leben und meinen Glauben prägt. Denn immer, wenn ich festhalten möchte, was ich als "gut" empfinde, dann scheint es so, als wenn sich das Ganze im Fluss der Zeit auflöst.

Und genau diese Erfahrung prägt gerade meine Gedanken, so dass ich zu der Titel-Aussage dieses Eintrags gelange.

In alle den Abschnitten dieser Lebensphase (ungefähr die letzten 12 Jahre) habe ich beides erlebt: Menschen, welche mir Liebe und Wertschätzung entgegen brachten - so lange ich "gut" funktionierte. Und anders herum, dass die gleichen Menschen mich fallen ließen, als ich nicht mehr so "funktionierte", wie sie es sich wünschten. Vielleicht machen es diese Erfahrungen, dass im Moment meine Wahrnehmung wieder in diese Richtung geht. Oder vielleicht muss ich tatsächlich lernen, dass man sich auf Menschen nicht verlassen kann. Auf mich kann man es ja auch nicht immer. Auch ich habe meine Grenzen. Auch ich erlebe, wie Gott meinen Mangel ausfüllt - auch im Umgang mit anderen Menschen.

Gerade stehe ich wieder an einem Scheideweg. Noch bin ich in dieser Phase drin. Aber der Ausblick auf das, was kommt ist stark und wird immer stärker. Auch wenn er noch ein halbes- bis dreiviertel Jahr in der Zukunft liegt: Mein Rentenbeginn.

Überlegungen der vergangenen ungefähr drei Jahre und den damit zusammenhängenden Umständen haben meine Planung dahin gelenkt, dass ich direkt zum Rentenbeginn zurück in meinen Geburtsort umziehe. Der ist etwa 400 km weit von hier entfernt. Und dort wohnen die meisten Angehörigen meiner Ursprungsfamilie mit ihren Nachkommen. Mein Entschluss entstand aus dem Gefühl heraus, im Grunde allein zu sein. Auch wenn ich mitten unter Menschen lebe, welche (eine Zeitlang) meine Freunde sein wollten.

Natürlich gehen meine Gedanken auch jetzt schon oft in diese Richtung. Ich brauche praktisch zeitgleich mit dem Rentenbeginn eine bezahlbare Wohnung in diesem Ort. Und zu den aktuellen Terminen (Auszug/Einzug/Umzug) genügend Hilfspersonen. Da ich hier bisher nur vage Pläne machen kann, weil es eben noch zu weit in der Zukunft liegt, prägt es, trotz eigentlichem Urvertrauen auf Gott, manchmal ein gewisses Gefühl der Unsicherheit.

Pläne, Zeiten, Menschen ... alles hat gewisse Grenzen. Man wird gelehrt, seine Grenzen wahrzunehmen und zu wahren, auch vor anderen Menschen. Dass Gott Grenzen überwinden kann und es auch tut, das sind Lektionen, die immer wieder neu gelernt werden wollen. Und da passiert es eben, dass ich doch immer mal wieder hängen bleibe an der mangelnden Verlässlichkeit von Menschen und es schwierig finde, die geöffneten "Ewigen Arme" von Gott zu erkennen. Ich habe sie schon so oft erfahren dürfen. Und immer wieder werde ich blind dafür und brauche geöffnete Augen und Herz, um mich ganz auf Gott zu verlassen.

Neun Monate sind nicht mehr lange. Und ich habe meine Arbeit hier immer gerne getan. Nur manchmal werden sie jetzt schwieriger. Mir erscheint es, als wenn es viel mehr geworden wäre, seit dem Anfang. Ich bin aber auch langsamer geworden und schwerfälliger. Und wenn ich dann auf die neun Monate in die Zukunft blicke, dann erscheinen sie manchmal noch sehr lange .... Aber sie bergen auch immer wieder Chancen, auf ganz besondere Art Gottes Eingreifen zu erleben, indem er meinen Mangel ausfüllt. Ich lerne gerade wieder, im "Heute" zu leben. Und manchmal erscheint mir das, was ich da offensichtlich noch an Lernmaterial auf meinem Weg finde, zu stark - im Gegensatz zu meiner Schwachheit.

Alles, was ich hier erlebe, alles was ich gerne festhalten möchte - das sind Spuren Gottes in meinem Leben. Ich kann sie nicht festhalten. Ich kann ihnen nur folgen, im Urvertrauen, dass Gott meinen Weg schon  kennt und seine ewigen Arme mich halten werden. Die Spuren verwischen mit der Zeit. Aber Gott ist da und macht neue Spuren ... bis zum Lebensende. Ich bete, dass meine Augen und mein Herz geöffnet ist und sehen kann. So dass ich immer wieder Antrieb finde für Wege, die vor mir liegen und scheinbar unbegehbar erscheinen.

Weil mich das Alles ziemlich in Anspruch nimmt, ist mein Antrieb, hier zu schreiben zur Zeit nicht besonders stark. Manchmal denke ich, ich könnte etwas schreiben. Aber anderseits genieße ich auch die innere Freiheit, nicht schreiben zu müssen, weil mein Urvertrauen auf Gott baut - nicht in der Zustimmung (oder Ablehnung) von Menschen. Ihn möchte ich mehr und mehr im Blick haben. So dass Er alles andere überstrahlt und in den Schatten stellt.

Ich denke, in der neuen Phase, im neuen Wohnort wird das wieder mehr, was ich schreiben mag. Dann habe ich Zeit, die ich selbst bestimmen kann. Vielleicht fange ich dann auch wieder einen neuen Blog an - mal sehen. Das schreibe ich dann auch hier. Wen es trotzdem interessiert, falls ich zwischendurch mal wieder hier schreibe, der kann hier den Button "Abonnieren" betätigen. Dann bekommst du Nachricht über neue Themen.

Ansonsten - danke für solche, die immer noch hier lesen - auch wenn es lange Pausen gibt. Und bis zum nächsten Mal ... *wink*




Donnerstag, 14. Mai 2015

Gedanken am Himmelfahrtstag ...

... der ein Feiertag in DE ist und für mich eigentlich ein Arbeitstag, weil es ein christlicher Feiertag ist und heute in der Kirche die Feier  eines Gottesdienstes stattfindet. Aber nicht heute. Heute habe ich einen "freien Sonntag". Okay, heute ist eigentlich Donnerstag. Aber weil die Sonntage bis jetzt immer so voll gepackt waren, an denen ich dann auch anwesend sein sollte, bekomme ich eben diesen Feiertag, als ersten freien Sonntag dieses Jahres.-

So sitze ich heute beim Frühstück, wie fast jeden Tag, an meinem großen Fenster, mit dem tollen Ausblick über den Ort, eingerahmt von allen Seiten von Bergen. Heute kann ich das mal ohne Blick auf die Uhr tun und lasse nach dem Frühstück noch lange meine Gedanken laufen ...

Auf dem "Missionsberg" (so wird der Berg allgemein von den Einheimischen genannt, der zur Mission führt) findet heute ein Kindermissionsfest statt, zu dem viele Kinder aus der ganzen Umgebung kommen. Ich sehe viele Autos den Berg hoch fahren und ganze Scharen von Menschen den Weg hoch pilgern. Das weckt Erinnerungen an frühere Zeiten. In der Kraft meiner Jugend habe ich sehr gerne solche Angebote genutzt, getrieben von einem ganz bestimmten Gefühl von bevorstehenden Abenteuern. Welche mich dann auch eine ganze Weile des Alltags wieder bestärkten in dem Bewusstsein, dass die Schar der Menschen, die "Jesus nachfolgen" groß ist und wir einander helfen könnten.

Ach ja ... *seufz* ... ich bin älter geworden. Dieses Gefühl von Antrieb ist Vergangenheit. In meinem jetzigen Beruf sind sie an manchen Tagen sogar zur Last geworden. Weil ich den Eindruck habe, dass meine Kräfte mehr verbraucht werden, als dass sie neuen Antrieb bekommen. Gerne würde ich mal wieder, wie früher, das Gefühl haben, "wieder jung zu werden, wie ein Adler" (nach Psalm 103,5) -

Der Himmel ist heute morgen bewölkt. Es sind mehrfach weiße Wolken, die an manchen Stellen sogar einen kleinen Blick in den strahlend blauen Himmel dahinter zulassen. Fast so, als wenn man dort einen kleinen Blick in den Himmel erhaschen könnte.

Ich mag diese kleinen Botschaften des Himmels, die mir den Eindruck erwecken, ein winziges Stück weit über meinen Horizont hinaus zu blicken. Für mich sind es Liebesbezeugungen Gottes an mich, die zeigen, dass es eine "Welt" gibt, die ich unbegrenzt ist und auch all das beinhaltet, was ich durch meinte eigene Vergänglichkeit und Begrenzungen dachte,  verloren zu haben. -

Und dann gehen meine Gedanken zu meinen Zukunftsplänen. Ja, die habe ich auch noch. Trotz der ganzen Begrenztheit meines Körpers. Und manchmal sind diese auch noch angeknüpft an die Erfahrungen meiner Jugend. Da, wo die Begrenzung sehr weit weg zu sein schien. Da, wo ich meine Kraftreserven herausfordern konnte und diese dann manchmal scheinbar ins Unermessliche erweitert wurden.

Da ich nächstes Jahr im Sommer meine Rente beantragen kann, habe ich nun nach längeren Überlegungen  die Absicht, noch einmal umzuziehen . Und zwar in meinen Geburtsort, wo die meisten meiner Geschwister noch wohnen. Obwohl ich meinen momentanen Wohnort sehr mag und die Menschen hier sehr nett zu mir sind, empfinde ich hier immer ein Stück weit, dass ich eigentlich alleine bin. Und ja, ich weiß auch, dass es zum großen Teil an mir selbst liegt, wie weit ich mich in die Gemeinschaft einfüge oder nicht. Vielleicht messe ich auch vieles an früheren Zeiten, wo die Leichtigkeit des Lebens Vorrang zu haben schien und mein Antrieb auch so manche anderen Menschen mit in seinen Bann ziehen konnte. Wo man auch glaubensmäßig einfach die Gemeinschaft spüren konnte, wenn man jemanden traf, der ungefähr gleiche Glaubensziele hatte. Wenn Jesus der Dreh- und Angelpunkt war, um den man sich fand und miteinander verbunden war, auch wenn man sich eigentlich kaum kannte.

Und damit merkte ich, dass ich mit meinen Gedanken an der Quelle angekommen war. Der Dreh- und  Angelpunkt, der Menschen verbinden kann, so dass man spürt: wir haben etwas, das verbindet.  Nur kann man dieses Verbundensein nicht "machen". Sondern es entsteht aus der Ursprünglichkeit der Kraft aus der Quelle. Eine Quelle, die nie versiegt. Wie in Psalm 65,10 beschrieben steht: "Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle"  - Unbesiegbare Fülle - aus der Ursprünglichkeit eines kleinen Brunnens.

Wenn ich so zurückblicke auf viele Begegnungen und  Gemeinschaften, zu denen ich mich zugehörig gewusst habe, dann lag die Lebendigkeit dieser Gemeinschaften immer in dieser ungefärbten Ursprünglichkeit. Und sie endete oder versiegte immer dann, wenn man Dämme und Flussbetten baute, um das kostbare Nass dieser Quelle "einzufangen".

Weil wir Menschen so gerne alles kontrollieren möchten, um sich zu versichern, dass man auf dem richtigen Weg sei, bauen wir geglättete Wege, Flussbetten und Befestigungen. Wir wollen sicher sein, dass uns die Fluten nicht unkontrolliert überrollen und merken nicht, dass wir uns damit selbst gefangen nehmen lassen in diese Befestigungen. Die Ursprünglichkeit geht verloren. Das Wasser ist zwar noch sichtbar, aber es ist konserviert und eingegrenzt in Regeln, die wir selbst gemacht haben. Zwar nach den Erfahrungen aus der Ursprünglichkeit. Aber fast unbemerkt nur noch auf das Wasser konzentriert und damit losgelöst aus der eigentlichen Quelle.

Ich erinnerte mich heute mal wieder an einen "Hauskreis", den ich mit einer Freundin gründete und der sehr lange Bestand hatte. Wir hatten dort bewusst keine festen Grundregeln. Es sollte einfach ein Ort sein für Mütter mit Kindern (die dann teilweise auch dabei sein durften, wenn sie zu dem Zeitpunkt bei der Mutter waren) um Glaubenserfahrungen auszutauschen, einander zu unterstützen und stärken und miteinander zu beten - so wie es sich gerade ergibt, was "dran" war. - Manch eine "organisierte" Mutter fand diesen Kreis zu chaotisch und nicht wert, ihn unter der Kategorie "Hauskreise" zu führen. Was uns aber nicht gestört hatte. Denn genau dieses Losgelöstsein von den "Normen", die in unserem Umkreis aufgestellt wurden, gab uns die Freiheit, auch solche Glaubenden zuzulassen, welche nicht dieser Norm entsprachen. Es war eine tolle Zeit, mit sehr guten Erfahrungen. Erfahrungen, die deutlich unsere menschliche Begrenztheit zeigten und ebenso deutlich die - Unbegrenztheit der Quelle, an die wir angeschlossen sein wollten: bei Gott selbst. Der Kreis endete auch nur deshalb, weil wir alle nach und nach wieder ins Berufsleben zurück mussten und damit unsere Zeit zu sehr eingegrenzt war, um ihn auf diese Weise weiter zu führen.

Danach habe ich dieses Muster mehrmals selbst erlebt und auch beobachtet. Dass sich eine Gemeinschaft bildete, weil man aus der unermesslichen Quelle heraus lebte - mit allen zugehörigen Begrenzungen und damit auch den Chancen, Grenzen erweitern zu lassen von Gott selbst und "Kraft aus der Höhe" zu empfangen. Und dann, als Menschen sich "spezialisierten" auf bestimmte Muster, diese Gemeinschaften ihre Lebendigkeit verloren haben. -

Und so ist heute Morgen bei mir der Wunsch entstanden, wenn ich dann nächstes Jahr wieder in einen Ort umziehe, den ich zwar mal kannte, aber der mir inzwischen auch wieder fremd geworden ist,  nach dieser Quelle dort in dem Ort zu suchen. Und wenn ich sie gefunden habe, Menschen zu suchen, die auch aus der Quelle leben wollen - unbegrenzt. Vielleicht kann ich auch dann wieder in einer Gemeinschaft den Dreh- und Angelpunkt erkennen und ein Stück weit den blauen Himmel hinter den Wolken erkennen - der mir "Heimat" geben kann. Die Quelle, die unaufhörlich läuft - mal leise, mal lauter. Aber immer mit Kraft versehen.

Mir ist schon bewusst, dass auf diese Art zu leben und zu glauben nicht jedermanns Sache ist. Aber inzwischen weiß ich, dass ich mit diesem Wunsch nicht alleine bin. Und genau solche "Mitstreiter" suche ich. Alle, denen es zu chaotisch ist, dürfen gerne ihren eigenen Weg gehen. Ich halte es sogar für möglich, dass dort, wo alles in geordneten und organisierten Bahnen läuft, es manche Menschen sogar als "lebendig" und damit auch als "Heimat" empfinden können. Ich bin da anders. Und ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin.

Irgendwie passt das ja auch zum heutigen Tag. Jesus hatte zu seinen Anhängern gesagt, dass er gehen müsse, damit sie die "Kraft aus der Höhe" erfahren könnten. Nicht nach menschlichen Mustern gestrickt, sondern angeschlossen an die Quelle, die von Gott selbst gespeist wird. Unbegrenzt und unversiegbar. Genau auf diese Weise versprach er, immer bei ihnen zu sein.
aus Matthäus 28,20 -  "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."   

Montag, 16. März 2015

Alles hat seine Zeit ...

... und wie es scheint, ist im Moment für mich nicht die Zeit, mit dem Internet zu kommunizieren.

Seit ich diese immer wiederkehrende Aussage im Buch des Predigers Salomo, auch "Kohelet" genannt, in meinem Leben integriert gefunden habe, kann ich besser mit den verschiedenen "Zeiten" umgehen. Es ist nicht förderlich, sich immer in der Rückschau auf Erfahrungen zu orientieren. Ebenso nicht, nur auf der Überholspur, den Blick auf eventuelle zukünftige Möglichkeiten zu fixieren. Das Leben spielt sich in der Gegenwart ab. Und genau dort finde ich auch Gott, weil er *mich* schon längst gefunden hat. Genau da, wo *ich* bin. Die Ewigkeit ist in der Zeit nur auch in der Gegenwart zu finden.

Mit diesem Blick auf die Gegenwart kann ich die Vergangenheit auch loslassen. Dort sein lassen, wo sie ist. Ohne sie zu verdrängen. Sie ist ein Teil von mir, der mich geprägt hat. Aber es gibt noch viele Chancen in der Gegenwart, Hindernisse der Vergangenheit zu überwinden. "Überwinden" und "Loslassen" ist nämlich auch ein maßgebendes Thema in der Bibel.

Ich bin schon ziemlich lange im www unterwegs. Habe dort, besonders am Anfang, sehr intensiv Beziehungen erlebt. Ebenso, wie auch den Schmerz, wenn sich Beziehungen auflösen. Im Grunde habe ich das hier mehr empfunden, als jemals im realen Leben. Vielleicht deshalb, weil man in geschriebenen Worten zur sehr unzureichend beschreiben kann, was man erlebt. Das, was man nicht sehen kann, wird automatisch mit persönlichen Erfahrungen des Lesers gefüllt. Und trifft darum nicht selten arg daneben. Bewirkt sogar oft viel mehr einen Bruch zwischen Beziehungen, als dass es aufbaut. So zumindest habe ich es vielfach erfahren.

Ich schreibe sehr gerne. Kann mich schriftlich oft viel besser ausdrücken, als mündlich. Darum hatte ich vor 8 Jahren das Blog-schreiben angefangen. Auch in verschiedenen Foren habe ich viel geschrieben.  Was mir auch selbst wieder sehr geholfen hat, meine persönliche Situation zu sortieren und einzuordnen. Dazu haben auch so manche Kommentare und Ratschläge anderer User beigetragen. Auf der anderen Seite geht es mir zunehmend so, dass ich spüre, dass die Worte, welche ich schreibe, nur bruchstückartig ausdrücken können, was ich wirklich darstellen will. Immer öfter schaue ich mir ein paar Tage später meine eigenen Worte an und komme zu dem Ergebnis: Es sind leere Worte, die nur von lebendigen Menschen mit Leben gefüllt werden können. Von den Schreibern und von den Lesern. Und deshalb entsteht oft ein Bild, dass verzerrt zu sein scheint. Weil die "Welten" der Einzelnen so unterschiedlich sind.

Nun - wie gesagt: alles hat seine Zeit. - Die Zeit der Vergangenheit im www hat ihre Spuren hinterlassen in meinem Leben. Und es wird wohl noch so manche Spuren geben, die ich hinterlasse und die von anderen Menschen bei mir hinterlassen werden. Aber im Moment spüre ich, dass die Wirklichkeit meines Lebens auf meine ganz reale Umgebung konzentriert sein sollte. Nicht zuletzt darum, weil ich nicht mehr so belastbar bin, wie früher. Ich fühle mich schneller unter Druck, wenn mehrere Dinge auf mich zukommen, die ich überwinden muss. Und meine Kraft gerät auch zunehmend stärker an meine Grenzen. Die ich in einzelnen Fällen zwar auch mit Gottes Hilfe überwinden kann. Aber die für mich mehr Zeiten benötigen, in denen ich regenerieren kann.

Es ist das letzte volle Jahr in meinem Berufsleben, bevor ich in das Rentenalter komme. Nächstes Jahr, Anfang Juli beginnt es. Besonders auch, weil ich meine Grenzen oft sehr spüre, möchte ich dann auch ganz aus dem Berufsleben aussteigen. Darum überlege ich schon sehr konkret, wie und wo ich dann leben möchte und was ich dann am meisten brauche. Aber bis jetzt ist das noch Zukunft. Und deshalb muss ich täglich neu für mich sortieren, was *jetzt* dran ist und was ich loslassen sollte.

Also - langer Rede kurzer Sinn. Es wird längere Pausen hier geben. Auf der Seite von Face(-) Buch schaue ich zwar noch regelmäßig hinein.Weil dort auch die meisten meiner "wirklichen" Freunde im www zu finden sind. Aber auch dort beschränke ich mich überwiegend auf das Lesen und weniger auf's kommentieren. In drei Foren bin ich auch noch Mitglied und kann dort jederzeit wieder neu einsteigen in Diskussionen. Wenn einschneidende Veränderungen in meinem Leben stattfinden oder mir außergewöhnliche Gedanken kommen, melde ich mich aber auch immer mal hier. Bis diese "Zeit" auch wieder überwunden ist und eine neue Zeit anbricht .....

In diesem Sinne euch allen ein "Behüt Euch Gott!"

PS: Wer gerne auf FB mit mir befreundet sein will, aber meinen Namen nicht weiß, kann sich hier unten auf dem Kontaktformular per Mail bei mir melden, damit ich mich per Mail bei Ihr/Ihm melden kann

Dienstag, 3. März 2015

Gedanken zu Wachstum und Reife im Glauben

"Gläubig" bin ich quasi schon mein Leben lang. Mein Glaube hat sich verwandelt im Laufe des Lebens. Was eine natürliche Entwicklung ist. Vom Kinderglauben entwickelt sich der Glaube zum Glauben des Erwachsenen, bis hin zum "reifen Glauben".

Die meisten Glaubenden, wie auch ich eine lange Zeit, verstehen die Entwicklung des Glaubens darin, dass "Wissen" sich festigt. In der Gemeinschaft, wozu ich als Jugendliche gehörte, nannte man es "Gewissheit" - wohl abgegrenzt von dem Wissen des "normalen" Menschen. Diese Gewissheit wurde aber sehr konkret in Worten eingegrenzt und befestigt. So, dass sie erst "richtig" erschien, wenn man sie unabweichlich in Satzungen festlegen konnte und danach auch beurteilen konnte, wo man sich gerade befindet. Nach diesem Muster würde die Steigerung des Glaubenslebens, bis hin zur Reife, darin bestehen, dass man DIE Wahrheit in Worten ausdrücken könnte und somit andere Menschen belehren und beurteilen könnte. - Was ich so ganz anders in den Geschichten der Bibel, um die Erfahrungen einzelner Menschen mit Gott finde.

Interessant ist für mich deshalb die Feststellung, dass nach diesem erlernten Maßstab mein Glaube jetzt im Alter eher rückgängig erscheint. Worte werden zu klein, um das auszudrücken, wie ich Glaube erfahre. Und ich werde immer sprachloser - im Blick auf die Größe Gottes, dessen Gedanken ich nicht begreifen kann.

Wachstum im Glauben bedeutet dann: Mein Wissen wird kleiner - während das Vertrauen auf Gott wächst!

Auf die Frage, wie ich diesen Glauben leben, ja wie ich ihn weitergeben kann, kommt mir nur die Antwort, dass ich einfach mein Leben lebe und erzähle, was Gott an mir getan hat - ohne Festlegung, wie das Leben denn zu funktionieren habe, damit es "richtig" sei. - Auf diese Weise kann Gott durch mich hindurch wirken. Menschen könnten dann Gott in mir erkennen  an meinen Werken, an dem, was einfach durch mein Leben von ihm sichtbar wird.

Wachstum im Glauben verstehe ich zur Zeit so, dass ich erkenne, dass Gottes Gedanken höher sind, als ich (jeder Mensch) es jemals begreifen kann. Wie es auch in Jesaja 55,9 beschrieben ist. Wenn ich mit meinen Gedanken quasi kleiner werde und mein Vertrauen auf den unbegrenzten und unbeschreiblichen Gott gerichtet ist. Nach dem Motto: "Es kommt nicht auf meinen großen Glauben an, sondern auf den Glauben an den großen Gott!

Letztendlich kann ich es nur zusammenfassen in dem Bekenntnis:
"Mein Gott, ich begreife dich nicht - aber ich vertraue dir!"

Eine Zussage Gottes, niedergeschrieben in der Bibel, hat mich heute animiert, diese Gedanken so aufzuschreiben:
Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen.  (aus Jesaja 58,8)

Freitag, 27. Februar 2015

Wüstenwege sind Wege zum Segen!

Heute "begegnete" mir dieser Bibelvers am Anfang des Tages:
Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! (aus Offenbarung 2,10)
Mein erster Gedanke dazu war: Na toll - wieder mal ist leiden angesagt. Weil ich leiden grundsätzlich negativ empfinde. Als Gegensatz zum negativen Gedanken fällt mir nur dieser Bibelvers ein:
Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. (aus Römer 8,18)
... was mich nicht dazu animiert, dass mir das Leiden gefällt oder ich es mir sogar wünsche.

Bei mir entsteht dabei zunächst die Assoziation: das Leben ist negativ und positiv wird es erst im Himmel, bei Gott.

Aber .....  was ist mit der Aussage von Jesus:
Das Reich Gottes (der Himmel ?) ist mitten unter euch. (aus Lukas 17,21)
So habe ich mal darüber nachgedacht, was der heutige Bibelvers, über den ich gestolpert bin, vielleicht in dem Zusammenhang der drei Bibelverse für mich bedeuten könnte.


Mir fiel dazu das Volk Israel ein. Es war auf dem Weg ins "gelobte Land". Es wurde befreit aus der Sklaverei. Dieser Weg aber führte - sehr lange - durch die Wüste.

Warum musste das Volk durch die Wüste?Warum so lange? Warum wurde dieser Weg noch verlängert?

"Wüste" bedeutet, dass es Mangel gibt. Mangel, an dem man leidet. Der Weg des Volkes hatte aber einen positiven Charakter. Es bedeutete "Freiheit" auf dem Weg und "Reichtum" am Ziel.

Schwierigkeiten gab es dann, wenn das Leiden die Menschen zu beherrschen schien. Da, wo etwas fehlte, was sie wirklich brauchten zum Leben. Aber das war offensichtlich auch etwas, das vorhanden war, Nur sichtbar erst dann, wenn die Menschen erkannten, dass die Lösung von Gott kommt.

Es war echtes Leiden, was kein Mensch einfach so wegstecken kann. Sie hatten Angst (vor den Soldaten), sie hatten Hunger und Durst. Und scheinbar keine sichtbare Lösung. Aber Gott hatte die Lösung bereit. Es scheint, dass das Volk immer einen Schubs brauchte, um sich Gott zuzuwenden. Und dazu brauchte es sehr lange ....

Als es schon vierzig Jahre unterwegs war, immer wieder mit der Erfahrung, dass Gott sie versorgt hat, mit allem Nötigen, was sie brauchten. Und als sie dann tatsächlich am Ziel ankamen, hatten sie Angst vor den Menschen in der Stadt. Und wurden noch einmal vierzig Jahre auf den Wüstenweg geschickt....

War es eine Strafe Gottes, dass sie so lange wandern mussten? Oder waren die Chancen in der Wüste einfach größer, dass das Volk es lernte, sich auf Gott zu verlassen? Da, wo es den Menschen gut geht, sieht man ja scheinbar keinen Grund, sich mit Gott zu beschäftigen. Es ist ja alles da, was man benötigt. Zumindest scheint es so. Nur ist es fatal, dass die meisten Menschen durch das, was sie haben, immer gieriger und unzufriedener werden. Man will immer mehr und erkennt kaum noch das, was man hat. - In der Wüste erkennt man aber eine Oase sehr gut. Weil nicht zu viele davon vorhanden sind. Im Überfluss empfindet man oft mehr Mangel, als in Armut , die gerade dazu reichen, was man zum Leben braucht. Oasen in einer Wüste sind wertvoller für das Leben als Luxus im Überfluss.

Im Grunde ist das Leiden oft verborgen im Überfluss. Man versucht das Leiden zu vermindern, indem man dem Überfluss noch mehr hinzufügt. Nur, um zu erkennen, dass man immer hungriger wird. Während man in den Oasen der Wüste findet was man braucht und daraus lebenspendenden Segen erfahren kann.

Ich denke, darin liegt ein Geheimnis, das Gott für den Menschen nutzt. Das Leiden, welches Segen beinhaltet, weil die Oase so greifbar nahe liegt - bei Gott selbst. Der den Menschen seit Urzeiten zuruft: "Kommt her zu mir - ich will euch Segen geben in Überfluss." Ein Überfluss, der genau das bewirkt, was das Wort sagt. Nämlich mehr, als man selbst braucht und so, dass man überfließen kann, so dass dieser Segen von dem empfangenden Menschen weitergeben kann.

Nein, man muss das Leiden nicht lieben oder sogar erbeten. Es gehört zum Leben dazu. Gut ist es, wenn man den Weg findet, in dem Leiden zur Oase zu kommen, die bei Gott zu finden ist. Nicht im Sumpf des Selbstmitleids versinken, sondern die Hand in Gottes ausgestreckte Hand zu legen. Auch wenn man diese Hand nicht sehen kann, so ist sie doch immer da mit dem Ruf Gottes: "Komm her zu mir!"

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.  Matthäus 11,28


Ein Lied ist mir heute begegnet ......

..... ein Lied, das mir aus dem Herzen singt und mich berührt.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Berührungen, die ewig sind

Mit meiner Feststellung, dass ich nicht wirklich etwas weiß, aber Gott vertraue, dass er es gut mit mir meint, habe ich auch meine Fragen an Gott hinaufgeschickt im Gebet. Ich fragte, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin und woran, außer Gott selbst ich mich noch festhalten könne.

Genau einen Tag später traf ich in meinem kleinen Büchlein "Eine dreifache Schnur"  (Bibelworte für jeden Tag) vom Oncken-Verlag 1996, welche ich im Moment wieder zu meiner allmorgentliche Lektüre zugefügt habe, auf die folgenden Bibelverse:


In ersten Moment habe ich nur nachgedacht darüber, was das wohl bedeuten soll "meine Seele zu  hüten" und was dazu gehört, was "meine Augen gesehen" haben. Aber dann traf es mich wieder einmal wie ein Blitzschlag: "Das ist die Antwort auf meine Fragen"!

Und schon hat sich wieder eine Erfahrung hinzugefügt zu den Dingen welche "meine Augen gesehen haben". Es sind meine Herzensaugen, welche Dinge erkennen können, welche aus einer anderen Sphäre kommen - von Gott selbst. Und so werden diese ganzen Berührungen meines Herzens in meiner Seele bewahrt, damit sie mir Mut und Kraft für das Leben geben!

Dienstag, 17. Februar 2015

Ich weiß, dass ich nichts weiß (Zitat)

Am Sonntag in der Predigt kam ein Satz vor, der mich zunächst aufgeschreckt hat. Danach aber viel mehr mich bewegt hat, nachzudenken. Er lautete so etwa: "Es gibt Menschen, die glauben, es genau zu wissen, warum Gott so gehandelt hat, wie er es tat, was eine totale Selbstüberschätzung der Menschen ist"

Es ging darum, dass Jesus den Petrus einmal "Satan" nannte, weil dieser ihn davon abhalten wollte, den Weg zu gehen, der ihm bestimmt war. Jesus musste diesen Weg gehen. Dem Satz voraus ging diese Frage: "Warum musste er diesen Weg gehen?" Antwort: "Weil Gott es so wollte! Warum wollte Gott es so und nicht anders? Ich weiß es nicht."

Das ist eine Frage, die mich auch schon lange beschäftigt. Und ich habe so manche Antworten gefunden, die ich für möglich halte. Bin mir zwar auch bewusst, dass meine Gedanken nicht das Maß aller Dinge ist. Aber komme auch zu dem Schluss, dass die Botschaft,  die mir als Kind als einzig richtig vermittelt wurde, nicht wirklich passt. Da sagte man nämlich, dass Gott nicht mit Sündern Kontakt aufnehmen könne, weil die Sünder beschmutzt sind und er heilig. Ich glaube, dass es eher umgekehrt ist. Die Menschen können es nicht in der Nähe Gottes aushalten, weil sie von seinem Feuer verzehrt werden. Das ändert sich aber auch nicht, so lange ein Mensch im irdischen Leib lebt. Dann müsste der Grund vom Kreuzestod und die Auferstehung Jesu in eine andere Richtung gehen. Aber muss man so genau wissen, warum er es tat? Wichtig ist es doch, zu wissen, DASS er es tat!

In diesem Zusammenhang bewegten mich auch wieder Gedanken um das "Gute und Böse" in der Welt. Beides scheint untrennbar zum Leben dazuzugehören. Auch da habe ich früher oft gedacht, wenn mir irgendetwas nicht Gutes passierte, dann habe ich etwas falsch gemacht. Inzwischen kann ich oft sehr deutlich erkennen, dass die guten wie die schlechten Zeiten einander ergänzen. So, dass ich die guten Zeiten oft erst durch die schlechten Zeiten erkennen kann.

Insgesamt bin ich zu dem (vorläufigen) Ergebnis gekommen, wie es ein Spruch aus alter Zeit bezeugt: "Ich weiß, dass ich nichts weiß". Diesen Spruch habe ich schon oft für mich selbst als richtig erkannt. Besonders dann, wenn ich Antworten auf Fragen gesucht und gefunden habe. Und dabei bemerkte, dass sogar das, was ich zu wissen glaubte, mir eigentlich bezeugte, dass ich nichts wirklich etwas weiß.  Ich hatte bisher diese Erkenntnis als unangenehm empfunden. Heute aber empfinde ich sie als angenehm. Weil es nicht auf mein Wissen ankommt, sondern auf das Vertrauen, dass Gott, mich einem guten Ziel zuführt.

Freitag, 13. Februar 2015

Systeme, Religionen, Jenseits und Diesseits - und Ich

Nun will ich doch mal ein paar Gedanken wieder hier festhalten - für mich, als Erinnerung, wie manches wächst und sich verändert. Auch, wenn ich immer noch in dieser Phase stecke, wie ich es vor drei Tagen beschrieben habe. Es ist die Summe meiner Gedanken der letzten Tage. Aber es ist nur eine Zwischensumme. Das Leben geht weiter - bis es zu Ende geht. -

Wie ich schon mehrmals beschrieben habe, wurde ich in ein "System" hineingeboren, welches sich selbst als "Christen" bezeichnete. Und zwar als diejenigen, welche den einzig richtigen "Weg der Absonderung". Absonderung bedeutete, alle Menschen und deren "System" zu meiden, welche nicht der Ideologie des eigenen Systems entsprach. Man versteht den Titel "Christ" dabei als "Religion".

In unserer heutigen Zeit in dieser Religion und in dem Land, in welche ich hineingeboren wurde, werden Systeme als lebenswichtig angesehen. Jeder Mensch braucht da ein System, in dem Richtungen, Grenzen und Möglichkeiten festgelegt sind. Grundsätzlich wird erwartet, dass man sich diesen Systemen anpasst. Als Hilfsmittel dazu gibt es Vorgaben, die man "Gesetze" nennt. Wenn ein anderes System auf das eigene trifft, muss zunächst abgegrenzt werden, wo dieses System die eigenen Grenzen überschreitet (oder unterschreitet). Das muss so lange aufrecht erhalten werden, mit allen Konsequenzen, bis die "Anführer" des aktuellen Systems die Gesetze so geändert haben, dass sie in die Gesetze anderer Systeme passen.

Dabei stützen sich die Christen auf ein Buch, welches "Bibel" genannt wird. Es berichtet sehr viel über Christen und ihren Gott in der Vergangenheit, was man in die heutige Zeit übertragen, sehr unterschiedlich interpretieren und umsetzen kann. Auf diese Weise ist über die Jahrhunderte eine Vielzahl von verschiedenen Gruppen entstanden, welche ihr eigenes System erbaut und befestigt haben. Bei vielen von ihnen hat die Bibel den Platz eingenommen, welches eigentlich nur Gott zusteht. Das zersplittert die verschiedenen Gruppen noch mehr. Und manchmal scheint es so, als wenn man das Christsein garnicht mehr wirklich genau definieren kann. Darum ziehen es manche Gruppen vor, ihr persönliches System als das einzige Richtige zu definieren und deklarieren. Dieses Verständnis wird an die Nachkommen weitergegeben und so befestigt.

Ich wurde nun in ein System hineingeboren, welches den Absolutheitsanspruch auf die Interpretation der Bibel für sich in Anspruch nahm und das Ganze als "Gottes inspiriertes Wort" befestigte. Wer diesem Wort Gottes folgt, der hat den richtigen Gott. Wer davon abweicht, hat den falschen Gott. Und das mit den unumstößlichen Folgen, dass der (definierte) richtige Weg in den Himmel führt und der falsche Weg in die "Hölle". -

Das Leben wurde nur vom Ziel her geprägt, welches natürlich außerhalb dieses Lebens stattfindet. So, dass im Grunde genommen das diesseitige Leben nicht wirklich einen Wert hat. Schlagworte wie: "Das Schönste kommt noch" wie "Das Leiden des Diesseits" ist nur eine Vorstufe, welche im Jenseits durch die "Herrlichkeit" erlöst werden kann.

So bin ich geprägt. Und auch, wenn mein persönliches System inzwischen vollkommen verändert ist, bleibt meine Prägung zum Teil erhalten. Auf dem Weg des Lebens bin ich aber auf eine ganz andere Perspektive gekommen. Sie baut auf die Grundlage "Der Himmel ist mitten unter euch" oder "Gott ist dir näher, als du denkst".  Der Sinn des diesseitigen Lebens liegt im "Jetzt".

Eine Zeitlang habe ich nun die Peilung auf das Ziel im Jenseits gänzlich verworfen. Ich brauchte das in der Zeit, um überhaupt den Sinn des diesseitigen Lebens zu finden. Wobei ich bei manchen Christen angeeckt bin. Also lernte ich gleichzeitig, ohne die Zustimmung anderer Christen meinen Glauben zu leben. Einfach in der stetigen Anbindung zu Gott. Von Ihm wurde mir nach und nach gezeigt, dass es schon auch Grenzen gibt zwischen dem Irdischen und dem Außerirdischen. Welche man aber nicht quasi nach Liste abhaken kann, um zu finden, was man sucht. Es war zunächst ein HickHack zwischen den beiden "Welten". Und ich suchte nach dem Schlüssel, wie ich beide vereinen könnte in meinem Leben. Letztendlich bin ich immer noch auf dem Weg. Und werde es wohl auch bis zu meinem Lebensende bleiben. Dazu fällt mir ein Lied von Albert Frey ein: "Ich bin ein Wanderer zwischen den Welten"

Den Schlüssel zum Himmel, welcher hier auf der Erde ist, finde ich nicht. Zumindest keinen, den ich nur benutzen muss, um diese Welten miteinander zu vereinen. Aber wenn ich in der Verbindung zu Gott bleibe und mit ihm JETZT lebe, dann passiert es immer wieder, dass es so scheint, als sei ein Schalter umgelegt und ich bin "zu Hause". Dann lebe ich in dieser Welt und mit ihren Grenzen - und schaue drüber über die Grenzen.  Dann merke ich manchmal, dass die Sorgen dieses Lebens keine Bedeutung mehr haben. Auch wenn sie noch nicht gelöst sind. Ich bin dann erlöst von ihnen  selbst wenn ich noch mittendrin stecke.

Als Vergleich fiel mir vorhin ein 3D-Bild ein, So eines, das aus vielen Farbtupfern zusammengestellt wird. Mir geht es immer so, dass ich am Anfang überhaupt nicht darin erkennen kann. Aber wenn ich es mir lange genug anschaue, dann auf einmal sehe ich die Grafik darinnen, welche etwas darstellt. Wenn ich nur mal kurz wegschaue, kann ich es wieder sehen, wenn ich hinschaue. Aber wenn ich es ganz weglege und später wieder nachsehe, muss ich den gleichen Weg nehmen, wie am Anfang. Zuerst muss ich das Gesamte anschauen und danach kristallisiert sich daraus das Eigentliche. Und bei manchen Bildern funktioniert es garnicht. Ich kenne keinen "Schalter", der meinen Blick verändert. Es geschieht einfach, während ich es anschaue.

Möglich, dass es unterschiedlich wahrgenommen wird, je nach Sehtüchtigkeit. Aber für mich ist das ein guter Vergleich dafür, wie ich die beiden Welten, die ich mit "Himmel" und "Erde" betitele, miteinander verbinden kann. Wie ich den Himmel auf der Erde erkennen kann. Obwohl es unterschiedliche Welten sind. Oft buchstäblich so, dass ich mir die diesseitige Welt eine Weile anschaue und währenddessen meine Beschreibung darüber, was ich sehe, mit Gott bespreche.

Natürlich weiß auch ich, dass man das Ganze als eine (Ein)bildung des Gehirns verstehen kann. Aber was macht das schon? Letztendlich kann alles, was wir wahrnehmen, eine Projektion des eigenen Gehirns sein. Das ganze Leben kann Einbildung sein. Wenn es das wirklich ist, dann ist das, was ich sehe doch das Leben. Ich muss dann nicht mit anderen Menschen abgleichen, ob sie es genauso wahrnehmen, um zu wissen, ob meine Wahrnehmung die richtige ist. Wahrscheinlich ist sie genauso richtig wie die des anderen. Wichtig ist doch, was mir hilft, das Leben und leben, mit allen Möglichkeiten, die sich mir bieten. Wenn ich Gott ganz praktisch erfahre in meinem Leben, in der Weise, dass er mich in "Welten" versetzt und alles miteinander vereint, dann ist das für mich die Wahrheit zum Leben. Weil sie mir hilft, sinnvoll zu leben. Und weil sie vielleicht auch noch Funken sprüht, zu anderen Menschen. So dass auch deren Leben Feuer fangen kann.

Dienstag, 10. Februar 2015

Halli Hallo :-)

Heute will ich mal einen kurzen Gruß hier lassen, für alle die, welche meine Beiträge hier in der letzten Zeit vermisst haben.

"Alles hat seine Zeit" ist ja das Motto dieses Blogs. Und im Moment spielt meine Zeit gerade mal nicht hier. Einfach, weil mir nicht wirklich etwas einfällt, zum niederschreiben.

Aber nicht nur im Blog geht es mir so. Auch auf den Forenseiten, wo ich immer mal auch meine Beiträge geschrieben habe. Da geht es mir zur Zeit so, dass ich rein schaue und zu manchen Themen mir etwas einfällt. Aber dann, wenn ich die Beiträge in diesen Themen von anderen Usern lese, vergeht mir jeder Antrieb, meinen Senf auch noch dazu zu geben. So erging es mir zwar schon so manches Mal. Aber nie so extrem wie gerade jetzt. Einzig auf der Seite des großen "Fatzenbuch" schaue ich immer noch nach. Weil dort der Kontakt zu den einzelnen Freunden noch am nächsten dran ist an der Realität. Menschen, mit denen ich dort im Gespräch bin, habe ich selbst ausgewählt.

Für mich selbst erlebe ich so manche Impulse, welche ich als von Gott empfangen erkenne. Aber sie sind an mich persönlich gerichtet. Und wenn ich versuche, sie in Worte zu fassen, um sie hier mitzuteilen, dann spüre ich, dass die Worte nicht ausreichen, um das auszudrücken, was mich bewegt hat.

So erlebe ich gerade eine Zeit, die ich ganz für mich selbst empfangen und umsetzen kann - in welcher menschliche Kontakte sich ergeben, zu Zeiten, wo sie passen und mich wiederum in Bewegung setzen. Und bevor es sich nur chaotisch anhört für Euch, weil es nur Andeutungen sein können, die sich selbst mit sich selbst erklären, höre ich einfach auf und schweige .....

.... bis es mal wieder anders wird. Nicht unter Druck, weil ich meine, dass ich unbedingt etwas schreiben sollte. Sondern einfach aus dem Herzen heraus, weil es überfließt und vielleicht wirklich jemandem etwas zu sagen hat, was diesen auch wieder in Bewegung setzt.

Seid bis dahin lieb gegrüßt .... *wink*




Samstag, 17. Januar 2015

Geschafft

Gestern habe ich nun die letzten Utensilien des Weihnachts-Chaos aufgeräumt und verstaut, an meinem Arbeitsplatz. Und ab heute kann ich noch ein paar Urlaubstage vom alten Jahr verprassen. Das passt sehr gut. Weil ich jetzt gerade einen Abstand und eine Auszeit brauche - um wieder mit neuem Elan die festgelegten Zeiten des Alltags anzugehen.

Das funktioniert bei mir immer besonders in der Weise, wie ich relativ "zeitlos" leben kann. Aufstehen, schlafen gehen, essen, ruhen, arbeiten ... dann, wenn mir danach ist. Nicht nach Uhrzeiten oder Kalender, sondern nach reinem eigenen Empfinden.

Ich habe für diese Zeit einige Bücher auf Lager, die ich lesen kann und auch so manche Dinge im Hinterkopf, wo ich meinen Haushalt sortieren und neuordnen kann. Wie viel ich davon schaffe, überlasse ich in meinem Urlaub dem Zufall.

In einem Büchlein, welches ich öfter mal Impulse für den Tag nehme, stand für den heutigen Tag der Vers aus

Psalm 27,14: Sei getrost und unverzagt und Harre des Herrn!

und als Zuspruch

Jesaja 40,31: Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft.

Wobei das Wort "harren" ein wenig antik ist. Man kann es vielleicht mit "warten" oder "erwarten" erklären. Aber eigentlich ist es etwas Besonderes, dieses "Harren". Denn es ist nicht passiv, sondern aktiv und trotzdem entspannt und gelassen. Losgelöst von den irdischen Vorgaben. Und so passt es ganz gut zu meiner Urlaubszeit.

Dazu fällt mir gerade ein Witz aus meiner Kindheit ein. Das gehörte zu den Zeiten, wo "Fleißkärtchen" im Kindergottesdienst vergeben wurden, für richtiges Bibelvers-Lernen und aufsagen.

Da hat ein Kind ein Kärtchen mit einer Blumen mit Gräsern bekommen, signiert mit den Worten aus dem o.a. Psalm "Harre des Herrn". - Dieses Kind schaute sich die Karte lange an und fragte dann nach: "Woher wissen die Leute denn, dass die Haare vom Herrn Jesus so aussahen?"

Donnerstag, 8. Januar 2015

"Dein Glaube hat dir geholfen"

... sagt Jesus einige Male zu Menschen, welche er geheilt hat. - Für mich stellt sich immer wieder neu die Frage: wer oder was hat dann geheilt? Ich habe schon viele Glaubende getroffen, welche ihren Glauben trainieren und dadurch Wunder zu erleben.  Besonders bei Krankenheilungen meint man, Beweismaterial dafür zu haben. Wenn es denn nicht so klappt, wie es sollte, dann war der Glaube des Kranken nicht groß genug.

Irgendwie erscheint mir solch eine Glaubensheilung oft aber wie Zauberei zu sein. Man konzentriert sich darauf, möglichst nicht zu zweifeln. Wenn solches dennoch hoch kommt, diesen zu verdrängen. Der Glaube richtet sich dann eigentlich auf die Heilung. Ist es das, was Jesus diesen Menschen sagen will?

Ich picke aus den Geschichten, wo Jesus diesen Ausspruch macht, mal die von den zehn Aussätzigen heraus. (Lukas 17,11-19). Zehn kamen zu Jesus. Zehn Menschen wurden geheilt. Einer kam zurück, um dem zu danken, der geheilt hat: Jesus. Nur zu diesem einen sagt Jesus diesen Satz vom Glauben. Obwohl es zehn waren, welche geheilt wurden. Wer oder was hat dann die anderen geheilt?

Besonders in dieser Geschichte ist erkennbar, dass Jesus mit dem "Glauben" etwas ganz anderes meint, als es weitgehend verstanden wird. Der Einzelne, welcher zurück kam, um zu danken, hat eine ganz besondere Heilung erlebt. Eine, welche unabhängig von körperlichen Krankheiten ist. Er hat durch Jesus die Verbindung zu Gott gefunden. Weil er den erkannte, welcher wirklich geheilt hat.

Menschen, welche den besonderen Glauben hochhalten und damit Jesus-Nachfolger gewinnen wollen, scheitern oft daran, wenn das erwartete Wunder ausbleibt. Nicht, weil der Glaube fehlt oder nicht groß genug wäre. Sondern weil Gott die Bitte anders beantwortet, als erhofft. Weil er weiter sieht und weiß, was gut für den Einzelnen ist.

Der Glaube, welcher wirklich hilft, richtet sich auf Gott selbst! Er gibt den Weg frei, zu vertrauen, dass alles, was Gott lenkt, in eine gute Richtung geht. -

Gerade vor ein paar Tagen habe ich selbst etwas erlebt, was meine Gedanken in diese Richtung gelenkt hat. - Meine Tochter hat mit mir einen Feiertags-Ausflug gemacht. Wir fuhren mit einer Bergbahn in einem Nachbarort nach oben, mit dem Vorsatz, nach unten zu laufen. Ich war eine längere Zeit vorher nicht besonders gut zu Fuß und habe immer noch manchmal Mühe damit, wenn es aufwärts geht. Abwärts macht es mir nicht so viel aus. Und ich wollte es wagen. Hatte Gott auch schon mehrere Male dafür gedankt, dass es mit dem Laufen jetzt besser geht als eine Zeitlang.

In diesem Ort waren noch noch mehr Stellen mit Schnee bedeckt, als in unserem Wohnort. Und oben auf dem Berg war es doch noch reichlich vorhanden.  Vor Allem war es an vielen Stellen ziemlich glatt. Wir kannten den Abwärtsweg nicht wirklich. Hatten bei der Bahnfahrt und mit Ausblick von unten  nur grob geschätzt, dass man es schaffen kann, wenn man durch den Wald geht.

Schon die Suche nach dem Weg erwies sich als schwierig. An den Straßenrändern waren noch Schneetürme aufgehäuft und auf dem Stück Wiese bis zum Wald sah es ziemlich glatt aus. So zogen wir erst einmal zickzack über einen großen Parkplatz, bis zu einer Nische um in den Wald zu kommen. Ich habe sehr gut aufgepasst, wo ich hintrete. Und trotzdem - an einer Stelle auf einmal rutschte ein Fuß so komisch zur Seite, dass ich mich hinsetzte. Dabei verdrehte es mein weniger angeschlagenes Bein so, dass ich mich schnell hinlegen musste, damit es wieder in die richtige Lage kam. Meine Tochter zog mich hoch und ich stand wieder. Ich habe schon so manche Stürze hinter mir. Bis jetzt habe ich mir noch nie einen Knochen gebrochen. Was ich auch als Bewahrung empfinde. So war es auch dieses Mal. Ein wenig tat mir nun das Knie weh. Aber ich hatte das Gefühl, dass ich noch laufen kann. Ich wollte auch meine Tochter nicht enttäuschen. Zu oft schon habe ich mich als Bremse empfunden, wenn ich mit ihr unterwegs war.  Aber jetzt schauten wir doch mal ein wenig genauer die Wege an, welche in dem Wald zu sehen war.

Es war nicht mehr so sehr früh am Tage. Genau gesagt konnte man damit rechnen, dass es eine Stunde später dunkel würde. Und die Wälder in dieser Region sind im Dunkeln ... unheimlich. Man sieht wirklich nichts mehr. Gemessen an der Bahnfahrt war der Abstieg etwas weiter, als gedacht. Trotzdem wollte meine Tochter weiter gehen, wenn ich meinte, es zu schaffen. Aber ich war mir nun nicht mehr so sicher. Wenn ich da irgendwo mittendrin nicht mehr konnte, gab es keinen anderen Weg, als weiter zu gehen.

Und so musste ich mich wieder einmal entschließen, Bremse zu sein. Wir nahmen also wieder die Bahn abwärts. Unten angekommen stellten wir aber fest, dass wir das tatsächlich beide nicht geschafft hätten, nachdem wir noch ein wenig mehr auf den Weg während der Fahrt geachtet hatten. Meine Tochter schätzte den tatsächlichen Weg auf mindestens drei Stunden. Vorher dachten wir an eine Stunde.

Unten angekommen hatten wir ohnehin noch ein Stück des Weges vor uns, bis wir wieder beim Auto meiner Tochter angekommen waren. Unterwegs fing dann wieder mein anderes Bein, das mich schon früher eine längere Zeit sehr eingeschränkt hat, zu schmerzen. Bis wir wieder beim Auto angekommen waren, war es so heftig, dass ich nur noch ganz langsam gehen konnte und hinkte.

Insgeheim habe ich bei mir gedacht: na super - jetzt habe ich dafür gedankt, dass alles besser geworden ist und jetzt geht das Theater wieder los. Aber später hatte ich doch das Gefühl, dass mein Sturz uns vor einem großen Fehler bewahrt hat. Und einen Tag danach waren auch die Schmerzen nicht mehr so stark und ich konnte wieder fast normal laufen.

Schon so manche Male habe ich so etwas erlebt, dass meine Wünsche trotz Glaube nicht erfüllt wurden. Dass es mir so vorkam. als wenn eher das Gegenteil der Fall war. Aber in der Rückschau konnte ich dann feststellen, dass dieses scheinbare Scheitern mich vor einem größeren Fehler bewahrt hat.


Donnerstag, 1. Januar 2015

Jahreslosungen

Früher habe ich als Jahreslosung für mich nur Bibelverse zugelassen. Gott hat sie benutzt, weil ich sie verstanden habe. Heute weiß ich, dass Gott auch andere "Sprachen" benutzt, um mein Herz zu berühren. Neue "Sprachen", um nicht festgefahren zu werden auf Buchstaben, sondern auf den, der zu mir redet: Gott selbst.

Gedanken, die ich für dieses Jahr als Herausforderung empfinde und damit als meine ganz persönliche Jahreslosung verstehe, habe ich in den letzten beiden Einträgen hier beschrieben. Einmal geht es dabei um die Sehnsucht. Bei dem anderen geht es um Vergeltung, oder die Macht der Vergebung.

Solche "Losungen" sind mehr, als nur Vorsätze, die man sich setzt. Es sind Dinge, die bewegen, um zu LEBEN.

Ich wünsche auch Euch für das Neue Jahr, dass Ihr Euch bewegen lasst von Gott selbst - zu Gott hin. Weil dort das Lebenselexier schlechthin liegt!

Sehnsucht

In der Bücherkiste habe ich wieder ein gutes Buch gefunden, das mich nun eine Zeit lang begleiten kann. Es ist das "Buch der Sehnsucht" von Anselm Grün. Direkt beim Einstieg in das Buch merkte ich, dass es einiges an Gehalt hat, was mich auferbauen kann. Solche Bücher lege ich dann auf meinen "Frühstücksplatz", damit ich jeden Tag, wenn ich die Ruhe dazu habe, Impulse darinnen finden kann, indem ich es einfach abschnittsweise lese und auf mich wirken lasse.

A.G. beschreibt hier die Sehnsucht als eine Antriebskraft zu leben. Eine Aussage, in der ich mich wiedergefunden habe, auf Seite 13:

"Der Mensch hat eine angeborene Sehnsucht nach der Gottesschau, nach der Vereinigung mit Gott.  Er kann seine Menschwerdung nur vollenden, wenn er mit Gott eins wird."

Manchmal empfinde ich meine Sehnsucht schmerzlich. Dann möchte ich ihr ausweichen. Suche Erfüllung im minderwertigen Ersatz. Ich wünsche, dass ich durch die Texte in diesem Buch bewegt werde, Sehnsucht entspannt zuzulassen, mit ihr zu leben, um gespannt vorwärts zu gehen, um Entdeckungen zu machen, die mir Antrieb geben - zum Leben.

Vergeltung - oder die Macht der Vergebung

Ich lese immer wieder mal gerne in dem Buch von Gott. Es ist zwar kein Ersatz für die Bibel. Aber doch eine interessante Ergänzung dazu. Es eröffnet mir manchmal eine Sicht zu biblischen Aussagen, welche ich sonst nirgends finde.

So bin ich kürzlich mal wieder an der Geschichte von Saul angekommen. Schon länger hat die Stelle in mir Fragen aufgeworfen, wo Saul von Gott verworfen wurde. In dem Buch wird seine Verzweiflung darüber und die Bitte an Samuel, ihm noch eine neue Chance zu geben, sehr anschaulich dargestellt. So dass ich an dieser Stelle immer wieder abgebrochen habe und mich gefragt, ob es wirklich so gewesen sei. Denn ich erlebe Gott anders, als er hier dargestellt wird. Barmherzig und gnädig ist der Herr zu mir. Auch dann, wenn ich Mist gebaut habe.

Ich habe zwar immer noch keine umfassend befriedigende Antwort bekommen. Aber ein Aspekt ist mir dieses Mal aufgefallen. Dort wo Saul in seinem Herzen Böses gegen David plant und versucht, ihn zu töten.

Zwar habe ich noch niemanden versucht zu töten. Aber in meinem Herzen gab es auch schon öfter heimliche Wünsche gegen Menschen, die mich verletzt haben. Nicht, dass sie tot umfallen sollen. Dann würden sie ja gar nicht merken, was sie mir angetan haben. Ich wünsche oft den Menschen, die mich verletzt haben, dass sie auch so verletzt werden. Damit sie selbst spüren, was sie getan haben. Ja, ich wünsche ihnen dann sogar Heilung, wie ich sie ja auch erlebe. Aber so, dass es ihnen mindestens leid tun muss, was sie getan haben.

Bisher habe ich diese Art der Vergeltung als legal und verständlich angesehen. Aber nach der Geschichte von Saul und im Blick darauf, wie ich selbst solche Zeiten erlebe, erkenne ich jetzt, dass dies ein Punkt ist, der mich ferne von Gott sein lässt. Ich vernebel meine eigene Sicht zu Gott, indem ich meinen Blick auf Vergeltung und damit auf Menschen fixiere. Wobei im Rückblick immer wieder erkennbar ist, dass Gott mir trotzdem nahe war. Nur meine Blickrichtung war falsch - und selbstzerstörend.

Vielleicht war es mit Saul ebenso. Er fühlte sich von Gott verlassen, aussortiert. Was im menschlichen Bereich durchaus auch zutraf. Aber wenn man seine Geschichte weiter verfolgt, kann man doch erkennen, dass Gott ihm geantwortet hat. Nicht so, wie Saul es sich wahrscheinlich gewünscht hat. Seine Stellung auf Erden war gestört. Nicht zuletzt, weil in seinem Herzen zerstörerische Gedanken den Platz eingenommen hatten. Die sich letztlich gegen ihn selbst richteten.

Wenn Gott sagt: "Mein ist die Rache" - dann soll das kein Verbot sein, das zerstörend wirkt, wenn man auf den menschlichen Feind schaut. Es soll einfach den Blick von dem Zerstörenden auf Gott lenken, der es schafft, Wunden zu heilen und den Blick auf das zu lenken, was aufbauend ist.